Du warst schon immer gut zu mir…

7. November 2019 Von Angelique Frowein

Jesus, du warst schon immer gut zu mir.
Leben nicht – du aber schon.
Und manchmal tut es gut, all die wertvollen und längst vergangenen Momente mir dir wieder hervorzuholen.
Dann muss ich mich erinnern an deine Macht, weil die Machtlosigkeit in meinem Leben Überhand zu nehmen scheint,
muss mir deine Wunder wieder vor Augen führen,
weil oft soviel alltäglich wird und nicht mehr glänzen will.
Weil ich manchmal aufhöre, Luftschlösser zu bauen und mit dir auf dem Wasser zu tanzen.
Ich will mich erinnern, dass du mir damals begegnet bist und ich dich im kindlichen Glauben, so völlig naiv, eingeladen habe, Herr meines Lebens zu sein.
Mein Leben mit dir lag wie ein weisses Blatt vor mir: Einladend und spannend. Ich war so voller Freude und Begeisterung. Wollte allen erzählen, was du in meinem Leben tatest – und fand in all dem Gestammel kaum die richtigen Worte.
Ich liebte dein Wort. Mich musste niemand überzeugen, die Bibel zu lesen. Das wollte ich ja unbedingt. Von dir lernen und dir im Gebet etwas von mir erzählen, dich mit Lobpreis ehren und stille sein in Ehrfurcht vor dir. Das erfüllte mein Leben mit einer so tiefen Gewissheit geliebt zu sein.
Du warst immer gut zu mir…
Aber das Leben zeigte mir, dass ich noch nicht im Paradies angekommen war. Ich litt an Trennung im Elternhaus, eigener Dunkelheit, Krankheit und Tod um mich herum. Irgendwie wusste ich trotzdem tief in mir, dass du da warst und dass du mich halten würdest. Auch dann, wenn vieles um mich herum einfach so zerbrach und ich nichts dagegen tun konnte.

Ich hatte diese Gewissheit von Anfang an. Jesus, an dir habe ich nicht gezweifelt. Dir habe ich irgendwie nie die Schuld an meinem Scheitern oder den Fehlern der Menschen um mich herum gegeben. Aber traurig war ich oft, wenn du nicht eingriffst oder, wenn Dinge sich nicht ändern wollten. Menschen haben enttäuscht … und das Leben. Manchmal hat das Leben sehr enttäuscht!

Ich erinnere mich gerne an das, was du in meinem Leben getan hast um nicht den Fokus zu verlieren. Wenn es dunkel um und in mir ist, dann will ich trotzig den Kopf heben und deine Wahrheiten in die Dunkelheit hinaus schreien. Dann will ich nicht den Zweifeln das letzte Wort geben, auch wenn sie manchmal penetrant und laut sein können. Auch dann, wenn die Schwere sich breit machen will, dann wenn Unverständnis da ist. Ich will zu dir kommen, wieder und wieder..

Wenn der Morgen beginnt und noch alles in herrlicher Stille da liegt, dann suche ich ganz bewusst nach Gottes Nähe. Dann halte ich Inne und lass mir etwas von seiner Wahrheit ins Ohr flüstern.

Ich will glauben, dass du alles was du angefangen hast, zu Ende bringst und dass du mein Leben in deiner Hand hältst. DU warst immer gut zu mir. Was du getan hast übersteigt mein Denken. Daran will ich mich halten – und nicht an das was nichts erzählt von deiner Macht. Aufschauen will ich zu dir oder einfach nur kriechen und stammeln und hoffen, dass du mein Herz, dass *“Heilung sucht“ und meine Seele, die *“einen Freund braucht“, nach Hause holst. Ganz nah an dein Herz -da wo es immer schon hingehörte

*aus dem Lied von Cody Carney „I run to the father“
https://youtu.be/eE1OSZrsnaY

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