Gemeinsam bei JUCA Beach

Stolpern auf neuen Wegen

31. August 2020 Von Angelique Frowein

„Ach jetzt wäre Kirmes,“ geistert es durch die sozialen Medien und ich denke mir: Stimmt, das wäre jetzt. Aber Dank #KackCorona „gehts nicht“ und „gibts nicht“. Der Kloß im Hals wird wieder etwas größer – wie so oft in diesem Jahr. Wieviele schöne Aktionen durften nicht stattfinden. Wie oft habe ich schon gesagt: „Ach jetzt wäre…“
Ach jetzt wären wir auf Schultour mit dem JUCA
https://angiefrowein.de/2019/07/02/hellwach-fuer-den-naechsten/.

rdhdfh
Schultour 2020 – Saymo von http://jacksayfree.com


Doch im Mai war leider keine Schule auf, und daher saßen auch wir vom JUCA in unserem Mini-Lockdown – nicht zu vergleichen mit dem, was man in Spanien und Italien nicht durfte. Aber die persönliche Entbehrung scheint ja meist doch die Schlimmste.

Und so schlendere ich missmutig durch dieses Jahr 2020. Könnte heulen und fluchen, schimpfen und zagen, verschwören und rebellieren.
Ja das alles könnte ich und manchmal tu ich es auch.

Und dann kommt mir noch ein anderer Gedanke. Was, wenn ich aus diesem wirren 2020 gestärkt herauskommen könnte. Was, wenn diese Pandemie mich nicht niederdrückt sondern nach vorne bringt. Was, wenn es nicht darum geht, Altem nachzutrauern, sondern Neues zu wagen.
Es gibt keine Kirmes? Dann lasst uns eine andere Veranstaltung machen.
Und das haben wir gemacht. An zwei Abenden in den letzten zwei Monaten fand „JUCA Beach“ auf dem Marktplatz vor dem JUCA (http://www.your-juca.de) statt.  Es war nicht so groß wie die Kirmes, (es gab auch kein Riesenrad :-)) es war definitiv anstrengender als die Kirmes. Aber es war besonders. Ein kleines Fest abgestimmt auf das was gerade sein durfte.
300 Personen durften hin – 100-200 Personen waren da.
Ein Hygienekonzept entwickeln, danach handeln und dafür zu sorgen, dass auch andere es tun: Man müsste es nicht machen.
Man könnte das Jahr auch einfach abwarten und schauen, was so im nächsten Jahr möglich ist. Das wäre vielleicht voll vernünftig. Aber wenn die Seele sich aufbäumt, geht es manchmal nicht so vernünftig im eigenen Herzen zu.

Ich liebe Gemeinschaft und Umarmungen. Es tut mir gut, mit anderen zusammen zu sein.
Wie sehr freue ich mich, neue Menschen kennenzulernen. Wie sehr geht mir Musik zu Herzen. Und so tue ich, was ich darf im gesteckten Rahmen. Und das ist tatsächlich schon ne ganze Menge. Und weil ich so beschäftigt bin in diesem Rahmen zu agieren, komme ich mir gar nicht mehr so eingesperrt und eingeschränkt vor.
Und ich nehme in Kauf, dass alles anstrengender geworden ist. Überall muss man sich registrieren und die Maske darf man nicht vergessen. Kellner werden unfreundlich, wenn du deren Hygienekonzept nicht direkt verstehst oder Dinge vergisst. Vieles ist einfach umständlicher geworden. Vieles bräuchte ich einfach nicht. Aber ich tu es trotzdem. Ich gehe essen, ich treffe Menschen, ich nehme in den Arm wo es mal wieder dringend nötig ist.
Und ich erwache aus meinem Dornröschenschlaf.
Aus diesem: „Ich will aber das zurück, was ich kenne!“ hebe ich trotzig den Blick zum Himmel und frage Gott, ob er mir nicht was von seiner Hoffnung gibt. Einer Hoffnung, die nicht von den Umständen abhängig ist. Und ich merke, dass ich einfach einmal los laufen muss in dieser Zeit! Dass ich mich aus Starre und Traurigkeit befreien lassen muss, und dass ich Fehler machen darf. Dass ich zweifeln darf, dass ich alles in die Ecke schmeissen darf.

JUCA Beach 2o2o

Aber das Gott mir auch zusagt: Diese Pandemie wirft mich nicht vom Thron: Geh los, sonst fehlt was in dieser Welt!
Und somit werfe ich der Kirmes, der Schultour, all den Festen und Feiern einen feierlichen Kuss zu, halte es wie Marie Kondo und bedanke mich für die gute Zeit. Und dann, dann lass ich los und schaue was neu rein passt in die Zeit.
Vielleicht kommt Altes wieder. Das wäre schön, denn das ist es, was ich kenne. Und wenn nicht, dann wird besseres kommen oder anderes oder wunderbares. Ich laufe los und freu mich über jeden der mit stolpert auf einem neuen Weg!