Staunen

Ich muss sagen: Ich staune gerne. Mich fasziniert dieses Leben. Okay, manchmal macht es mich auch ziemlich wütend – aber meist staune ich und bin überrascht, was das in mir verändert. Ich staune über mich selber: Wer ich heute bin und wo ich heute stehe, was für Menschen ich kenne und was ich erreicht habe. Ich staune über Fähigkeiten, die ich einfach so habe, ohne je etwas dafür getan zu haben. Ich staune darüber, dass ich mich trotzdem so oft klein rede, obwohl ich manches kann was so kein anderer macht. Ich staune über die Tatsache, dass ich Menschen um mich habe, die mich nehmen wie ich bin. Über die Liebe meiner Kinder, die so. bedingungslos ist, dass sie mir irgendwie alles verzeiht. Dass ihnen meine Gegenwart in ihrer Welt der größte Schatz zu sein scheint. Ich staune, denn das rührt mich zu Tränen. 

Ich staune, wozu wir Menschen fähig sind. Manchmal wenn es nicht zum Staunen reicht, dann erschrickt es mich auch und macht mich traurig, denn wir tun so viel dummes Zeug. Aber neben dem, dass wir zerstören und klein machen und vernichten und töten, können Menschen auch wundervolle Dinge erschaffen, Mut machen, Leben erleichtern, Hoffnung schenken und Glauben neu sähen. Freunde sein und in die Arme nehmen, den eigenen Horizont erweitern durch ihre Sicht auf diese Welt. Ich staune, dass ich so viele gute Menschen kenne. Manche nur als entfernte Bekannte, die ich nur selten sehe, manche so nah und erfrischend, ehrlich und nahbar. Wow! Ich komme schon wieder ins Staunen.

Da sind Momente, wo meine Seele vom Himmel geküsst wird, Menschen die warten, ausharren und seid Jahren für mich beten. Menschen, ohne die ich nicht wäre, wer ich bin. Auch die, die ich traf und die mich und meinen Weg nicht verstanden, die ohne Glauben an mich, die welche Macht ausnutzten. Auch sie prägten meinen Weg. Auch durch sie bin ich heut, wer ich bin.

Staunen! Über Schönheit des Lebens, Natur, Musik und gesprochenes Wort, Menschen, die anhalten und warten auf mich und mein Tempo. Menschen die einfach mal sagen: Ich weiß! 

Ich glaub, wenn ich mehr staune als zu klagen, wenn ich mehr hoffe als zu verzagen, dann ist mein Leben heller auch mit den dunklen Flecken, dann sehe ich Licht auch wenn’s scheinbar nur dunkel ist. Ich staune über Kleinigkeiten und mache sie so groß in meinem Leben. Ich erschaffe die Welt um mich herum in mehr bunten Farben. Halte den Blick auf das gute gerichtet und es scheint als gäbe das Kraft auch für die traurigen Momente. Dann wenn der Himmel Dunkels verheisst, wenn Menschen enttäuschen und Freiheit so weit weg zu sein scheint. 

Ich will dran bleiben zu staunen! Dann ist das klagen nicht mehr so interessant, denn das Staunen braucht mich und meine Kraft. Dann erhebe ich den Blick und lächele über selbstverständlich schönes. Ein wenig mehr staunen- das will ich!

Freundschaft mit Happy End!

Dieser Petrus!
Was hatte er geprahlt und behauptet, dass ER seinem Meister treu bleiben wollte. Er hatte es gesagt, als er zwischen den anderen Jüngern am Tisch lag. Als er in der Gruppe zusammen saß. Jesus hatte komische Dinge angedeutet, Merkwürdiges erzählt. Aber Petrus dachte, bei Jesus würde alles gut werden. Siegessicher in der Sache waren sie noch am Palmsonntag nach Jerusalem eingezogen. Wurden bejubelt und willkommen geheißen. Ein Hoch auf das Leben, was gerade stattfand. Er wusste, alles würde gut.

… und dann als die Nacht kam, die Soldaten, der Verräter. Als alle riefen: „Kreuzigt ihn! Wir wollen ihn nicht!“
Da war es dann plötzlich dunkel und feindselig um ihn herum. Kein Jubeln mehr und keine „Willkommens“- Rufe.
Vielleicht dachte er: Ach, wenn doch wieder Palmsonntag wäre.
Nur noch mal die Gemeinschaft erleben, die Freude, den guten Blick in eine siegreiche Zukunft. Doch plötzlich hatte sich das Blatt gewendet, plötzlich war alles, was noch vor Kurzem so klar und sicher schien, weg.
Und dann kam die Angst, die Angst eines starken Mannes, in der Dunkelheit und bei dem argwöhnischen Fragen der Menschen um ihn herum. Und er wusste: Wenn ich jetzt bekenne, dass ich zu Jesus gehöre, dann bin ich mit dran, dann verlier ich, dann sterbe ich.

Ich kann seine Angst so gut verstehen: Dieses Angst, die frisst und nimmt und einengt. Die Angst, die den Blick nach vorne verschliesst, wenn der Weg neblig und hoffnungslos erscheint. Ich kann ihn verstehen – diesen Petrus. Es könnte meine Geschichte sein. Immer wieder in diesem Leben.
Wenn Wege schwierig sind, will ich auch oft zurück zu den glorreichen Zeiten, zu Leichtigkeit und Lachen. Wenn ich hetze oder versage oder die Welt das für mich übernimmt, dann sehne ich mich auch zurück nach Palmsonntag. Dann will ich keinen Karfreitag. Und dann schäme ich mich für meine Angst, die mich Dinge tun lässt, die ich ohne diese lähmende Angst nie tun würde. Dann bestimmt die Angst meinen Weg. Auch dann, wenn ich doch Jesus kenne. Dann tauche ich kurz ab, will nicht weiter gehen – will rückwärts zu den schönen Tagen, will und kann nicht mutig sein.

Doch Karfreitag ist nicht das Ende der Ostergeschichte. Der Ostersonntag kommt und verändert den Lauf der Geschichte. Die große Auferstehung findet statt, das riesige unermäßliche Geschenk. Doch Petrus begreift es nicht. Er ist drin in dem Strudel von Angst und Scham. Er ist am Boden, denn er hat auf ganzer Linie versagt. An einer Stelle heisst es, dass er ging und bitterlich weinte. Es war ihm klar, dass er nicht der Starke war, der die Dinge im Griff hatte. Dass gerade ER es nicht schaffte, mutig zu sein. Gerade er! Das muss ein Schlag ins Gesicht gewesen sein. Vielleicht hätte er die ganze Ostergeschichte verpasst, weil er sich nicht gewagt hätte, noch mal aufzustehen. Angst macht so viel mit uns – und nimmt so viel.

Nach seiner Auferstehung begegnet Jesus seinem ängstlichen Petrus. Das ist die Kehrtwende. Er geht zu seinem scheinbar starken Mann, der sich wohl eher gerade wie der größte Depp von allen fühlt. Er sieht ihn an und fragt nur das eine: „Hast du mich lieb?“
Und Petrus, getroffen in seiner Angst, wagt die Antwort und flüstert vorsichtig.
„Ja, ich hab dich lieb“
Und Jesus fragt ihn noch zwei mal und holt Petrus damit Stück für Stück aus seiner Angst. Er rüttelt an ihm und erinnert ihn daran, wieder aufzustehen. Er lässt Petrus nicht in seiner Schuld. Es ist nicht das Ende.
Das macht mir immer wieder Mut.
ER gibt diesem Mann noch in seiner Angst einen Auftrag. Er glaubt an ihn!
WOW! Was für ein Vertrauensvorschuss.
„Weide meine Lämmer, bau meine Gemeinde.“
Was Petrus wohl gedacht haben muss:
“ Nimm nicht mich! Du weisst ja wo das hin führt. Da ist soviel Angst in mir, soviel Zweifel, soviel großes Reden und keine Taten. Jesus tu dir das nicht an.“
Aber Jesus sagt es ihm:
„Petrus, weide meine Schafe!
Sei wieder präsent. Nimm wieder am Leben teil. Gib mir deine Angst und nimm dafür meine Hand und dann lauf los im vertrauen, dass ich bei dir bin.“

Ich würde gerne von Herrlichkeit zu Herrlichkeit laufen. Ich liebe Lachen und Tanzen und das Leben geniessen. Ich würde gerne von Palmsonntag direkt zu Ostersonntag hüpfen. Aber irgendwie gibt es da noch den Karfreitag dazwischen. Und es zeigt mir, Gott ist nicht fertig mit mir, wenn mich der Strudel der Angst ergreift, oder die Wut oder die Ohnmacht. Er hält aus meinen Verrat, den ich nicht will und doch immer wieder tue. Er bleibt bei mir seinem Möchtegern – Petrus 😉

Er sieht meine Angst – aber die haut ihn nicht vom Thron. Er gibt seinen Auftrag, er traut mir etwas zu. Er bahnt den Weg durch den Nebel der Angst: „Geh und bau meine Gemeinde, weide meine Lämmer! Sei präsent! Hör nicht auf, wieder aufzustehen. Sei mutig und kühn – trotz deiner Angst. Immer einen Schritt vor den Nächsten. Mit dem irrsinnigen Glauben, dass dein Tun diese Welt aus den Angeln heben wird und dafür sorgt, dass sie endlich heilen darf.“

Und wenn mein persönlicher Karfreitag wieder da ist und die Angst wieder nach mir greift und alles zunichte machen will, nimmt Jesus mich wieder an die Seite und sagt: „Hey, hast du mich lieb?“
Und ich schau auf und flüstere unsicher: „Ja?!“
Und er legt seinen Arm um meine Schulter und ruft:
„Na, dann los. Lass uns diese Welt verändern! – Trotz der Angst!“

Nur eine Pfütze

An einigen Stellen hatte der Frühling schon mutig seine Fühler ausgestreckt und versuchte einen ziemlich langen und strengen Winter endgültig zu verscheuchen.
Die Kinder sprangen auf und ab auf dem immer noch sehr matschigem Waldweg.

Sie fanden Büsche um sich zu verstecken und Bäume um zu klettern. Immer wieder erklang lautes Gekreische von zwei wilden Grundschülerinnen
„Seid nicht so laut,“ rief ich und wusste selbst nicht warum.

Denn weit und breit war niemand da, den wir stören konnten.

Weit und breit war niemand hier. Das passte zu meiner etwas miesen Stimmung. Ich war definitiv gerade nicht wirklich gesellschaftsfähig. 

Wer hatte nur diese blöde Idee gehabt, noch mal raus zu gehen?

Ach ja, das war ich selbst in meiner mütterlichen Weisheit.

Wenn die Kinder in der Wohnung ihre Energie entluden, wäre das noch schriller und lauter als hier in der Endlosigkeit der Wälder.

Ich war genervt,

So viel hatte diese Woche wieder nicht geklappt.
So viel lag noch vor mir. Unerledigt und fordernd

Hatten wir eigentlich noch Nudeln im Haus?

„Mama, Mama guck,“ rief meine Jüngste mit ihren gerade mal 7 Jahren.

Wir könnten auch mal wieder Kartoffeln machen.

„MAMAAAAA!“

Oh, nein. Hatte irgendjemand die Wäsche angestellt?“

Platsch!

Endgültig aus meinen Gedanken gerissen, wirbelte ich herum und erblickte mit Schrecken meine Tochter, die soeben in die wabernde Pfütze neben uns gesprungen war.

Die Pfütze war dunkel, kalt und hässlich und sie war definitiv tiefer als ich gedacht hatte.

„Zoe,“ rief ich entsetzt und musste mit ansehen, wie sich grau-braunes Wasser seinen Weg in die Gummistiefel meiner Tochter suchte.

Doch anstatt, dass mir meine Tochter antwortete, sich erklärte und sich entschuldigte, kreischte sie vor Freude und setzte zum nächsten Sprung an. Meine große Tochter eilte herbei und lachte. Was gab es da zu lachen?

Ich rief und wedelte mit den Händen: „Nein, nein, nein!“

Platsch! Da hüpfte die nächste Tochter in die Pfütze.

Ich stand kurz fassungslos und kopfschüttelnd da, dann rannte ich auf und ab und jammerte vor mir her, dass sie rauskommen sollten, dass gleich alles nass sein würde, dass sie sich womöglich eine Lungen-, Blasen- und sonstige Unterkühlung holen würden. Ich tanzte wie Rumpelstilzchen um meine feiernden Töchter und merkte in meinem Tanz nicht, dass sich zwei ältere Damen näherten.

Das Geschrei meiner Töchter ebbte immer nur kurz ab, wenn sie zum nächsten Sprung ansetzten. Trotz dem ganzen Chaos in der Pfütze hörte ich die Unterhaltung der beiden älteren Damen:

– „Ach, wie schön die Familien heutzutage zusammen spielen“
– „Ja, das stimmt. So etwas hatten wir damals nicht.“

Als ich das hörte, stoppte ich abrupt in meinen Rumpelstilzchentanz und suchte mit den Augen die Gegend ab. Wen meinten die Damen bloß?
UNS konnten sie doch nicht gemeint haben. Ein fröhliches gemeinsames SPIEL? Von wegen!
Aber soweit ich auch blickte, da war sonst niemand. Ich wollte die Damen noch gefragt haben, mich erklären und den Krach entschuldigen. Aber sie waren bereits fröhlich schwatzend hinter der nächsten Kurve verschwunden.

Komisch, wie manches auf andere wirkt. Wie sehr ich mich und mein unbändiges Chaos entschuldigen möchte. Ich erwartete, dass die anderen auf so eine Situation total anders reagierten. Verärgert und erbost. Und dass sie sagen würden: „Völlig Chaotisch die Alte, hat ihre Kinder nicht im Griff. Völlig inkonsequent!“
Aber die beiden älteren Damen sahen etwas anderes – in diesem Moment. Sie sahen das Spiel, das meine Töchter in völliger Freude gerade spielten. Und sie sahen MICH so, als ob ich einfach mitspielen würde.
Ich hielt kurz inne und sah meine beiden verdreckten aber so fröhlich spielenden Kinder an. 

Ja, ich würde am Abend die Kinder (am besten komplett mit Klamotten) in die Dusche stellen müssen, der Rückweg wäre wahrscheinlich ÜBERHAUPT nicht amüsant, weil alle frieren und keiner mehr laufen wollte.

Aber was, wenn jetzt Zeit zum Spiel war?
Könnte man Sorgen damit verschieben und den Zauber des Moments festhalten oder ihn zuerst einmal wieder finden.
Würde ein Sprung in die Pfütze ausreichen, um wieder ein wenig Leichtigkeit zu bekommen?

Ich war mir nicht ganz sicher, ob das was ich im nächsten Moment tat, pädagogisch wertvoll war, aber ich hörte auf die beiden älteren Damen. Ich nahm Teil am Spiel: Ich hörte auf, nachzudenken und sprang mit einer solchen Wucht in die Pfütze, dass nicht nur meine Klamotten sondern auch die der Mädels, klitschnass waren. Ich sah in die weit aufgerissenen Augen zweier Mädels, die vor Schreck laut aufkreischten. Also eigentlich kreischten sie ja eh, aber gefühlt war das jetzt noch lauter!

„Mama?!“ rief die Große entsetzt. Aber nur kurz, dann sah sie mich grinsen.

„Oh man, du bist die coolste Mama von der ganzen Welt!“
Dann nahmen zwei völlig verdreckte Kinderhände je meine Hand, und wir tanzten durch das dreckige Wasser einer Pfütze mitten im Wald.

Für eine kurze Zeit konnte ich einfach diese beiden Mädchen geniessen: Das, was neben Homeschooling, Homekümmering, und all den Dingen, die immer wieder organisiert und beachtet werden mussten, so oft keinen Platz mehr im Kalender fand.
Und das war dann mein persönlicher Frühlingsmoment. Nass und dreckig aber irgendwie magisch.

Ob Sorgen wohl in dreckigen Pfützen ertrinken können? Schön wärs , aber erfahrungsgemäß können sie ziemlich gut schwimmen. Doch auch, wenn sie wieder auftauchen. Für einen kurzen Moment standen sie nicht im Mittelpunkt. 

Wer weiss: Vielleicht werden meine Kinder, wenn sie an diesen Frühling 2021 zurückdenken,  irgendwann einmal sagen:
„Mama, das war eine coole Zeit. Weisst du noch: Die Pfütze!“

–> Erschienen in der Osterausgabe
GZD Dabringhausen „Voll Ostern“ 2021

Von Fastenzeit zu Fastenzeit

Fasching, diese fünfte Jahreszeit ging 2021 zu Ende, wie sie begonnen hatte: Still und leise und ohne großes Aufgebot. Während diese eigentlich doch jecke Zeit „Gute Nacht“ sagt, obwohl sie vorher gar nicht recht wach war, kündigt sich schon die nächste Zeit an: Die Fastenzeit. Innehalten und verzichten. Zur Ruhe kommen und für sich sein. Und während die Fastenzeit in all den Jahren vorher für mich immer eine sehr besondere und prägende Zeit war, gestehe ich nun:

In diesem Jahr fällt es mir schwer. Denn ich habe das Gefühl, dass ich im letzten Jahr schon ziemlich viel verzichtet habe. So ganz unfreiwillig und immer mit der Angst im Nacken, dass man den Laden hier schnell dicht macht, wenn ich mich nicht an die Regeln halte. Oder, dass die Berührung eines anderen Menschen Gefahr bedeutet.
Ich habe das Gefühl, dass ich keine 40 Tage Fastenzeit hinter mir habe (obwohl sie mir doch eigentlich erst bevorsteht), sondern mehrere lange Monate… und, dass das mit dem Karneval schon ’ne Ecke her ist. Aber vielleicht komme ich ja auch so klar und verstecke mich einfach weiter in meiner Höhle namens Sicherheit.

Carmen Schenkel, Emotionsforscherin und Geschäftsführerin des Instituts September, schreibt an Weiberfastnacht 2021 einen sehr interessanten Artikel im RGA. „Um so disziplinierter man ist, um so wichtiger ist es, ab und zu auch mal zu eskalieren,“ meint sie. Corona habe den Menschen eine Disziplin sondergleichen abverlangt. Langsam mache sich ein apathischer Zustand in der Gesellschaft bemerkbar.
Und ich nicke zustimmend. Ich hier so in meiner Höhle.
„Es wäre,“ so Schenkel weiter, nachdem sie Karnevalisten in tiefenpsychologischen Interviews befragt hatte, „jetzt mal an der Zeit, ein paar Tage über die Stränge zu schlagen.“ Und Karneval sei dafür ideal.
Sie fährt fort und beschreibt die Zeit des Karnevals als eine Zeit, in der man sich „aus dem Alltag herausschunkeln könne um eine psychische Freiheit zu erlangen.“ Ich nicke wieder, während ich weiterlese.
„Ach wie sehr hätten wir das dieses Jahr gebraucht.“ seufzt sie zum Abschluss.

Ja, wie sehr hätten wir das in diesem Jahr gebraucht.

Wenn man die Fastenzeit ernst nimmt, tut es gut, wenn es vorher den persönlichen Karneval gegeben hat. Wenn man von Zeit zu Zeit nicht alles so ernst nimmt, wenn man tanzt und lacht und verrückt und wunderbar mit roten Zöpfen wirr durch durch den Alltag tanzt, trotz des Heimtückischen um einen herum – trotz der lauernden Gefahr. Raus aus der Höhle und mal wieder, und so verantwortlich wie man sein kann, den einen oder anderen in die Arme nimmt, damit die Seele auch einen Grund zum Feiern findet und nicht verkümmert.

Und so trete ich heraus aus meiner Höhle und wage den Verrat: Ich feiere meinen persönlichen Karneval trotz allem. Weil immer nur Disziplin träge und einsam macht. Ich nicke den Geschundenen zu und verstehe den Abgehangenen. Ich hebe die Kinder hoch auf meine Schultern, damit sie die Parade und auch weiterhin den Himmel sehen können, ihre Zukunft, die es noch gibt und immer geben wird, und bin präsent, damit sie gestärkt und mutig die Kamelle entgegen nehmen können, die das Leben noch für sie bereit hält.

Ich spreche an, was ich als so unsäglich ungerecht empfinde in meiner persönlichen Büttenrede (schön sarkastisch und penetrant), und bin bei allem dabei, was durch diese Pandemie, durch unsere gespaltene Gesellschaft und all die Überforderung trägt. Ich sage Nein zu übertriebener Distanz und hole jeden, den ich finden kann, wieder aus seinem Loch und feiere jeden noch so kleinen Schritt Richtung Leben. 
Wenn ich den Leichtsinn wage und mir eingestehe, dass ich das kann, weil ich ein verantwortungsvoller Mensch bin, der sein Leben und das derer um sich herum ernst nimmt, wertschätzt und schützen will. 

An Karneval kann ich egoistisch eskalieren und nehmen ohne Sinn und Verstand oder ich schunkle und lache mit dem nötigen Respekt. Auch wenn manche vielleicht denken, dass wir Politik und Führer brauchen, die uns zeigen, wie wir mit all den Gefahren umgehen müssen: Ich glaube, das können wir eigentlich gut selbst. Wir können mit der Pandemie leben, ihr Einhalt gebieten, schützen, was zu schützen ist, und trotzdem nicht die Freude miteinander verlieren. 

Das braucht Mut und Kreativität – kreativ wie manch ein Karnevalskostüm, mutig wie die Themen der Wagenbauer, die sich auch mal nicht so leichte Kost gönnen und Ungerechtigkeit bockig und waghalsig zur Schau stellen.

Und wenn wir diesen persönlichen Karneval wagen, dann können wir getrost auch die Fastenzeit erleben. Dann können wir innehalten in all dem Verzicht und uns bewusst machen, was eine Krise mit uns macht und was sie uns zeigt. Sie zeigt unsere Wunden. Sie zeigt auf, was nicht ok ist mit uns und unserer Welt. 

In der Fastenzeit, in der Stille und dem Verzicht wird schnell klar, wer wir wirklich sind. Wenn Ablenkung nicht da ist, zeigt es, wovor wir vielleicht gerne weglaufen. Das zu sehen, ist oft nicht schön, aber es ist auch eine tiefe Chance auf Veränderung! 

Ich bin bereit für die Fastenzeit, weil es in meinem Leben auch die persönliche Karnevalszeit gibt. Und manchmal findet beides fast schon nebeneinander her statt. Es gibt Zeiten, in denen ich die Parade laufe.
Und dann gibt es die andere Zeit in der ich die Ruhe annehme, die Krise akzeptiere und mich frage, wer ich sein will in dieser Zeit. Und wer ich sein will am Ende von 2021.

Karneval und Fastenzeit. Ich wünsche Dir beides…
Verlier nicht den Mut und die Zuversicht und die Freude!

Ich bleib noch was länger als nötig …

Wenn die Welt immer noch ziemlich schief in den Angeln hängt
und sich irgendwie nicht heilen lässt
und ich mitten drin bin – und doch gefühlt so machtlos…
dann will ich das zu meinem täglichen Gebet machen:

Gott, ich glaube aus aller Erfahrung, die ich mit dir in meinem Leben gemacht habe:
DU bist trotzdem noch da.
Mit deinem Segen und deiner Kraft.
DU hebst die Schwachen auf,
DU verbindest Wunden,
DU bist noch da.
DU wirst noch bleiben.
Ganz feste klammere ich mich daran.
So wie gestern wirst DU auch morgen bleiben.
Und wenn ich nichts spüre von deiner Macht,
dräng ich mich noch näher an dein Herz,
werfe ich alles was ich bin und habe vor deinen Thron.
Und manchmal bleibe ich einfach was länger bei dir
als die Zeit und die Pflicht es erlaubt.
Damit ich gestärkt nach vorne gehen kann.
Oder wenigstens den Blick wieder hebe. Gott, erfülle mein Herz mit himmlischer Hoffnung und einer Freude, die kein Umstand nehmen kann. Nahe bei DIR lass ich los die Not diese Welt!! DIR gebe ich ab, was ich mal wieder selber tragen wollte. Gott, ich lass dich mächtig, ich lasse dich Gott in meinem Leben sein- und ich warte ab, was du tust. Ich erwarte, DASS du was tust. Ich will glauben, auch wenn ich jetzt noch nicht alles verstehe!! AMEN 🙏

So am Anfang von 2021

Weihnachten ist vorbei, Silvester auch.
2020 war so ein bisschen zum Vergessen.
Irgendwie war jeder betroffen,
irgendwas hat das Virus bei jedem
unaufgefordert genommen.
Nach vielem Auf und Ab,
Vielem „wir könnten doch,“
„Wir müssten doch“ und
„Ach lieber nicht“,
Stellen wir nun hohe Erwartungen an das Jahr 2021.

Als wäre mit dem stillen Erwachen des 1. Januars
Plötzlich wieder neuer Mut da,
Vorfreude und Gewissheit,
Dass das, was vor uns liegt,
Besser wird als das, was wir hatten.

Aber anstatt neu handeln zu dürfen,
Gehts nun weiter wie in 2020.
Meistern wir das Homeschooling, 
Das Homekümmering und das Homeworking
Oder das „Gar-Nicht-Mehr Working“.
Wut ist da und Enttäuschung,
Dass unsere Politik nicht retten kann,
Dass soviel wir auch schimpfen
Kein Held auf dem weissen Pferd kommt,
Uns nach Hause zu bringen
Und die Schlacht für uns zu kämpfen

Soziale Netzwerke sind voll von 
Asozialem Wettbewerb von nichtsnutzigen Worten.

Wird diese Generation eine verlorene Generation sein?
Oder wird wahr,
Dass Eisen Eisen schärft,
Der Blick zum Schöpfer 
Wieder den Blick für den Nächsten gibt

Sind wir noch offen für mutiges Handeln,
Wenn Mut diesmal nur heisst,
Anwesend und präsent zu sein
In den kleinen Aufgaben, 
Die so undankbar und mächtig vor uns liegen?

Wird man wohl einmal von uns sagen,
Dass diese verrückte Welt
uns nicht kaputt gemacht hat
sondern das Beste aus uns herausholte,
Von dem wir nicht ahnten,
Dass es das gibt?

Ich wage zu glauben, 
Dass das, was ich tue
Noch immer einen Einfluss hat auf den Lauf dieser Welt.

Deshalb wird das Land nicht heilen ohne uns,
Wird es nicht besser, es sei denn ich tus.

Und wenn ich dann die Welt
Wieder neu in Gottes Hände lege,
Will ich ihm zutrauen,
Dass da wo morgen mein Platz sein wird,
Auch sein Segen ist,
Sein Schutz,
Sein Plan und sein Mut,

Dass ich nicht gehen muss,
Es sei denn, ER ruft!

So nehm ich dem Jahr 2021 behutsam
All meine Erwartungen von den Schultern.

Und geb ihm die faire Chance,
Einfach besonders zu werden.

Tschöööö du komisches 2020

Wir freuen uns auf das neue Jahr in der Hoffnung, dass alles besser wird, so als ob von einem auf den anderen Tag alles neu und wieder gut ist.

2020 hat uns hart zugesetzt, es war wenig planbar, nicht haltbar und in vielen Bereichen auch etwas trostlos. Wir haben gearbeitet und gehofft, gehalten und angepackt. Am Ende war es das, was wir draus gemacht haben. Wenn ich meinen persönlichen Rückblick halte, dann sehe ich viel Gutes und viel Segen. Aber ich blicke auch zurück auf ne Menge Wut im Bauch, Traurigkeit und leere Tage. Zudem war ich froh, dass ich Menschen an meiner Seite hatte, die auch im neuen Jahr da sind. Ich habe Enge und Weite erlebt, gehofft und gebangt.
Das neue Jahr wird neues Gutes bereithalten. Gott wird auch in diesem neuen Jahr seine Arme ausgebreitet halten. Es ist immer noch seine Welt und er wird sie festhalten – auch wenn sie scheinbar etwas schief in den Angeln hängt. Dieser Rückblick ist kurz und unvollständig. Den nächsten Schritt ins neue Jahr werde ich gehen, wie viele Schritte im neuen Jahr. Ich will das Beste daraus machen und hoffen, dass Gott den Rest macht.Ich freue mich über neue Möglichkeiten! Danke an alle Menschen, die da sind. Ich wünsche uns Mut und Gesundheit – und Glauben, dass Gott uns liebt und trägt!

Ein frohes, neues Jahr! Für dich, deine Familie und die Welt, die darauf wartet, dass du sie weiter gestaltest!

Sankt Martin

Miteinander Lasten tragen
die nicht immer eigne sind,
ein Gebet zum Himmel werfen,
für den Nächsten, der nicht spricht.

In die Arme nehmen, halten,
länger bleiben als gewählt,
und dabei den anderen tragen
ihn und seine kleine Welt.

Nur wer Stärke eines Schöpfers 
tief in seinem Herzen trägt,
kann die schwachen Menschen halten,
auch wenn scheinbar gar nichts hält.

Solange diese Welt zerbricht,
leben hier zerbrochne Menschen,
die verlorne Träume träumen
und die Schönheit nicht mehr sehn.

Ich könnte einfach weitergehen
und nur genießen, was ich hab,
doch stattdessen will ich schauen
ob diese Welt mich nötig hat.

Wie Sankt Martin will ich hier
meinen Teil des Mantels teilen
will innehalten, kurz verweilen,
so dass womöglich Wunden heilen.

Will drinne sein in der Geschichte,
Teil davon in dieser Zeit,
denn jeder braucht die Nähe von Sankt Martin
auch einmal hier von Zeit zu Zeit!

Luft anhalten …

Heute stand ich mit einem Freund in der Mittagspause zusammen und ich wollte etwas Positives sagen:
„Guck mal, wir haben schon fast eine Woche rum vom November. Wir können alles schaffen.“
Ich denke, das war jetzt ein wenig zu viel Euphorie für den“Lockdownlight-November mit Potential zum regelmäßigen Ausrasten“ und mein Freund bestätigt mir das mit einem vielsagenden Blick, für den es kein Emoticon gibt….

Im Frühjahr hatte ich öfter mal das Gefühl , ich würde auf Dauer die Luft anhalten. Das Gefühl verschwand wieder. Momentan bahnt es sich wieder etwas an:Ich halte die Luft an! Gefühlt

…. und dann wage ich nicht auszuatmen,
neu anzufangen und gutes zu sehen,
ich wollte eigentlich keine schweren Gedanken,
die sollte man eh nicht haben wollen im Herbst,
wo die Seele eher ein wenig zu hängen droht
wo sie sich vorbereitet auf den Winter
und eigentlich mehr Motivaton braucht als gewöhnlich,
wo mehr getan werden muss für das Gute in dir,
für das Melancholische,
das Nachdenkliche.
Aber jetzt bitte nicht!Jetzt bitte nichts Schweres,
denn ich weiss nicht wohin damit,
ich muss soviel denken,planen, überlegen,
mit wem darf ich mich treffen,
dass es mir gut tut, aber nicht ordnungswidrig ist.
Wen trifft dieses #Kackcorona um mich herum
und was sollte ich trotzdem noch wagen.
Wie viel Zerrissenheit erträgt unsere Gesellschaft
und was mein eigenes Herz?
wohin können die Gedanken fliehen,
wenn sie mal nicht zu Hause sitzen wollen
um zu schützen.
Was mache ich mit den Füßen,
die rennen und tanzen wollen mit andere Menschen,
der Mund, der sich -„ach du Schreck“ –
zum gemeinsamen Lied erheben will.
Wohin mit den Gedanken,
die frei sein wollen
und doch nicht mehr so politisch korrekt sind
wie sie es scheinbar immer waren.
Und ich merke:
Der Herbst holt mich ein,
er schenkt mir Melancholie und Schwere.
Aber es fehlen die Menschenwogen,
die das Schwere mittragen.
Es fehlt das Aneinander festhalten,
die gemeinsame Melodie,
das „ohne zu denken“ einfach was machen.
Ich mag die Stille,
aber nur dann,
wenn ich sie mir selber nehme,
nicht dann, wenn ich sie aufgezwungen bekomme.
Gerade schütz ich nackte Menschenleben,
aber irgendwie keine Menschenherzen.

Ich halte die Luft an und geh noch ein Stück
ich dreh mich um und sehe zurück
ich könnte staunen über das was wir bei allem geschafft haben
oder kotzen über all das,
was auf der Strecke blieb.
Und dieses Jahr spiel ich ein wenig mehr den Novemberblues.
Ich erhebe leicht trotzig den Kopf,
denn „trotzig“ kann ich immer.
Und in Gedanken leg ich dann meinen Kopf an deine Schulter
und gebe dir meine Hand
die wir schon lang nicht mehr reichen.
Ich lächle dir zu und ermutige dich
mit mir vom Sommer zu träumen,
mitten im November einmal barfuss zu laufen,
und diese Welt, die nicht mehr ist wie sie sein sollte
doch wieder ein wenig lieb zu haben.
Und während ich das tue,
atme ich langsam wieder aus,
komme an
und finde Schlaf und Kraft für den nächsten Tag!
Ich hoffe, du auch!

Vorfreude

Heute Morgen habe ich seit langem wieder immens große Vorfreude auf den Tag, der vor mir liegt. Die letzte Nacht ließ sich irgendwie nicht beruhigen und so lag ich lange da, bewegte Gedanken hin und her. Eigentlich unwichtige und banale Gedanken. Und doch dachten sie sich die halbe Nacht durch meinen leider so wachen Verstand.
Heute ist Montag und eine neue Woche beginnt. Nach drei Monaten Homeschooling geht es heute für unseren Sohn wieder die komplette Woche in die Schule. Tochter Tara geht schon wieder seit einer Woche in den Kindergarten. Wir haben wieder zusätzlich Kinder im Haus, die nicht zu unserem Haushalt gehören, wir besuchen wieder Menschen, haben wieder Begegnung und Kontakt, bleiben bedacht aber nicht mehr ängstlich.

Und ich muss sagen: Es tut gut. Es lässt durchatmen, wo ich gefühlt drei Monate die Luft angehalten habe. Ich habe wieder einen Blick nach vorne. Die Welt öffnet sich wieder: Nicht nur Schulen und Landesgrenzen, sondern auch die Grenzen, die ich in den letzten Monaten stecken musste um Menschen um mich herum zu schützen.

Als Corona die Welt lahm legte, war das für mich als würde mich ein großer Laster überfahren. Rücksichtslos und ohne auf meine Zustimmung zu warten. Ich weiss, dass es größere Probleme gab (und gibt) als meine Befindlichkeiten – und doch sind sie da und gestalten mit mir den Alltag, wie sie es bei allen tun.

Als man mir Mitte März gebot, mich von Menschen fernzuhalten, war das für den ersten Moment ok und nötig. Es war in Ordnung, denn ich hatte die wichtigsten Menschen meines Lebens (meine Familie) ja um mich. Das könnte ich schon drei Wochen oder so schaffen…. Aber aus den drei Wochen wurden vier Wochen, fünf Wochen…..
Schlimm war, dass alles im Dornröschenschlaf lag und keiner eine Exitstrategie auch nur in Erwägung zog.
Als ein Politiker dies öffentlich tat (so nach der ersten Woche im Lockdown), war die Empörung groß. Die Welt schimpfte, dass jemand es wagte, das Wort „Exitstrategie“ auch nur in den Mund zu nehmen.
Ich tanzte dazu in unserem Wohnzimmer. Weil ich wusste, wir konnten nicht ewig schlafen. Und wir mussten irgendwann da wieder raus. Und dann bitte mit Plan, und dann bitte mit guten Schritten – und bis dahin bitte mit Hoffnung unterwegs bleiben. Ich wollte, dass jemand davon sprach, dass diese Zeit des Lockdowns ein Ende haben würde.
Ich sah ja die Zahlen im Fernsehen. Die Zahlen der „in Verbindung mit Covid19“ gestorbenen Personen. Und ich spürte auch die Gefahr und dass die Welt zusammen brach. Aber ich dachte, dass man sich ja trotzdem Gedanken über die Zukunft machen müsste.
Denn wenn sich keiner der Politiker Gedanken über die Zukunft machte, hiess das ja vielleicht: Es gab gar keine Zukunft.
Und das war ein ziemlich beunruhigender Gedanke.

Jetzt sind drei Monate vorbei und Europa traut sich wieder aufzuatmen. Teilweise natürlich mit Maske und dem
(„ich kann es nicht mehr hören“ -) Mindestabstand.
Wir dürfen wieder reisen, nicht überall hin aber zu den meisten europäischen Nachbarn. Das geht wieder. Das wird schon klappen.
Exitstrategie? Oder Wahnsinn? Oder vertretbar?
Wenn wir vieles nicht wissen. Eins wissen wir:
Wir können nicht stehen bleiben. Wir werden immer mit einer gewissen Gefahr leben müssen.
Ich glaube, dass Deutschland es richtig gemacht hat. Wir wollten verhindern, dass das Gesundheitssystem unter der Corona Pandemie zusammen bricht, wie es in anderen Ländern der Fall war – und das Ziel wurde erreicht. Das vergessen jetzt viele. Auch ich hatte das vergessen. Wir haben als Gesellschaft ein großes Ziel erreicht.

Wir dürfen das auch mal sehen! Wir dürfen stolz auf uns sein.
Denn eine Gesellschaft ist ja keine kleine Gruppe wo man gemeinsam unterwegs ist und alle so ein wenig ähnlich ticken. Eine Gesellschaft besteht ja aus den ganz Tollen und den völlig Bekloppten, aus den Sanften und den Gewalttätigen, aus denen die man nie treffen möchte, und auch aus denen, dessen bloße Anwesenheit die Welt schöner machen.
Natürlich läuft da jeder seiner eigenen Befindlichkeit nach, natürlich finden wir da keinen gemeinsamen Konsens – aber vielleicht ein wenig Gemeinsamkeit, ein wenig Rücksicht, ein wenig „wir schaffen das“, ein wenig „es geht nicht nur um mich“.

Meine Vorfreude ist immer noch da und sie kribbelt im Bauch, sie lässt mich hoffnungsvoll in die Zukunft blicken. Auch, wenn ich nicht so genau weiss, wo ich anfangen soll, und auch wenn noch vieles gerade am Boden liegt und „UNMÖGLICH“ gerade vielerorts groß geschrieben ist. Auch, wenn es finanziell enger geworden ist und geplante Projekte einfach brach liegen.
Vieles kann ich nicht tun – aber ich bleibe bei dem Gedanken: Es wird ein Morgen geben.

Und auch wenn die Welt nach Corona nicht die Welt ist, die wir vorher kannten. Sie ist immer noch da: UNSERE WELT!
Und sie wartet auf unser Dazutun. Auf unseren Beitrag, auf unsere Vorfreude anzupacken. Auf unsere persönliche „Exitstrategie“.


„Aber die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft,
dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler,
dass sie laufen und nicht matt werden,
dass sie wandeln und nicht müde werden.“Jesaja 40:31