Alles wie immer…

Da war diese Idee, so Anfang 2020. Wir wollten mal wieder was als Schwester zusammen machen. Obwohl die jüngste Schwester definitiv einen Spaziergang mit Rentieren, Alpakas oder anderem Getier bevorzugt hätte, setzten wir Älteren uns durch und kauften Karten für einen Comedyabend mit Lisa Feller in Solingen.
Jaaaa und dann kam Corona und ich war noch so sehr davon überzeugt, dass der Abend im März mit der Lisa doch bestimmt noch stattfinden würde. Aber Corona war schneller und schickte uns alsbald in den stillen Lockdown.

„Ihre Veranstaltung wird verschoben – die Karten behalten ihre Gültigkeit“ bekam ich als sachliche Email. Na gut, entspannt bleiben. Erste Verlegung auf den 06.09. 2020 Naja gut! Das war ja bald und so informierte ich die Schwestern. Die Älteste war bestimmt wirklich traurig, dass wir jetzt noch 6 Monate warten sollten. Die anderen beiden, also die eine mit den Alpakas und die andere, die auch Alpakas mag – aber halt nicht so mega doll, nickten nur und akzeptierten die Verlegung der Veranstaltung. Ende August dann die nächste Email vom Veranstalter: Gute Neuigkeiten! Für ihr Event wurde ein Ersatztermin gefunden. Ja, wer wollte jetzt einen neuen Termin? Also ich nicht! Hatten wir doch gerade voll viel Zeit und so. Gut, also verschoben sie das Event auf den 22.09.
Als ich die Info weitergab, meinte die älteste Schwester noch: Was soll das denn bringen? Vom 06.09. auf den 22.09. verschieben – als ob dann alles besser wäre.

Naja, ich dachte nur: Die haben halt Glauben, dass das mit der Pandemie spätestens am 22.09. vorbei ist. Zuckte nur mit den Schultern und notierte die Daten im Kalender.

Am besagten 22.09. trafen wir uns und fuhren gut gelaunt nach Solingen um vorher noch in einer schnuckeligen Pizzaria vor Ort in unseren fröhlichen Abend zu starten. Das mit dem Zeitmanagement ist bei uns noch ausbaufähig und so hofften wir, dass der Pizzabäcker schneller bug und auch direkt nach der Flasche Wein Nummer 1 die nächste brachte- bitte mitsamt Rechnung. Denn wir waren jetzt schon zu spät dran …

Wir schaufelten schnell das Essen in uns rein, spülten alles mit leckerem Vino Primitive runter und rasten zur Eventlocation ins „Cobra“. Die eine Schwester war schwanger und durfte daher fahren. Das klappte auch fast gut. Schief geparkt an der Location und ab ins Gebäude.

Schon als wir durch den etwas verwaisten und dunklen Biergarten liefen, wunderten wir uns über die fehlenden Menschen vor Ort. Wir beruhigten uns damit, dass alle anderen bestimmt schon drinnen saßen, weil wir einfach mal viel zu spät dran waren. Die Zeit im Nacken, spurteten wir durchs Gebäude – keiner hielt uns auf. Wo wir hin musste, wussten wir nicht. Am Ende kamen wir dann bei einem Mädel an, dass an einem Kassenhäuschen saß und sich sichtlich etwas langweilte…
„Hallo,“ ich zeigte die Karten. „Lisa Feller, hier sind wir.“

Die junge Dame wurde kurz was wach und wunderte sich. Ähm… ne hier seid ihr nicht richtig. Hier ist das Kino. Ihr müsste wieder zurück und in die Eventhalle- gleiches Gebäude aber ne Etage tiefer.
Also rannten wir zurück. Ich checkte nochmal kurz das Datum: 22.09. Alles richtig. Aber wo waren die Menschen und warum war es so still. Schien ja sehr lustig zu sein diese Lisa Feller, wenn man niemanden lachen hörte. Vielleicht hätten wir doch das mit den Alpakas machen sollen.
Da sahen wir das Schild „Halle“ und stürmten auf die Tür zu. Die Tür war zu.

Kurz dachte ich, dass die uns wegen Corona bestimmt nicht reinließen. Scheiss Corona! Die schwangere Schwester lief noch mal zur Kassiererin um zu checken, was da los war.

Als sie zurück kam meinte sie nur: Die meinte: Da war jetzt auch den ganzen Morgen keiner, der aufbaute…
Ich schaute noch mal auf die Karte, auf das Datum. Aber da stand es: 22.09…. Und dann schaute ich auf das Jahr! 2021. Wir waren einfach mal ein komplettes Jahr zu früh.

Jetzt machte alles Sinn. Natürlich verschob man eine Veranstaltung nicht noch mal 2 Wochen weiter nach hinten, weil man glaubte dass die Pandemie dann doch endlich mal vorbei sein sollte.

Nach dem Motto „So, du Kackcoronavirus! Zwei Wochen gebe ich dir noch und dann verziehst du dich wieder. Denn Lisa Feller steht in den Startlöchern und wir können jetzt bitte nicht noch mal verschieben!“

So sassen wir dann am Ende des Abends im verwaisten dunklen Biergarten und lachten darüber, dass wir einfach mal gemeinsam so endlos verpeilt waren.

Gestern war dann wieder der 22.09. diesmal im Jahre 2021 und wir machten uns wieder gemeinsam auf den Weg. Die eine Schwester war nicht mehr schwanger und der Biergarten begrüßte uns mit Lichterketten, und andere Menschen waren vor Ort. Und dazu auch Lisa Feller mit ihrer ersten Show nach der Pause. Wir wollten Corona ja schon vor einem Jahr in die Knie zwingen – aber es hat dann doch was länger gedauert…. Egal, Leben passiert und wir sind mittendrin.
Gegessen haben wir vorher übrigens wieder und… zu spät waren wir auch wieder.

Also alles wie immer 🙂

Wenn’s fehlt

Wenn es fehlt die Nähe der Austausch, 

Das kreative Spiel,

Die Gruppenarbeit, 

das Zusammenhocken und Bilder malen,

Singen und sporteln.

Ach, wenn das fehlt:

Dann ist das Kind sehr entschlossen,

Dann sagt es: 

Ich geh nicht mehr hin

Ich will da nicht sein.

Schule ist so nicht mehr so schön🙁.

Ein kleines Herz, das Altes herbei sehnt und Alltägliches fordert, 

Das nicht hinnehmen will, obwohl ich sage: Es muss!

Und so erbaue ich Schlösser aus Märchengeschichten,

Bau die Welt einmal neu 

aus Steinen und Stöcken 

Singe die Lieder der kleinen Meister der Künste,

Umarme und heile 

Die Welt einmal neu! 

Ob es reicht?

Ich kann nichts erschaffen,

Was es grad nicht gibt.

Ich hab es versucht,

Aber es klappt nicht so gut.

Und wir schreien gemeinsam gegen Wut und Enttäuschung,

Gegen: Muss wohl!

Und: Halt durch! 

Und all diesen Kram.

Und wir bleiben gemeinsam 

Machen Fehler, verzeihen. 

Und wenn auch vieles nicht gut ist,

gut ist, dass wir sind.

Gut ist es MIT DiR 

in diesem Chaos 

dieser grade so heillosen Welt!

Freundschaft mit Happy End!

Dieser Petrus!
Was hatte er geprahlt und behauptet, dass ER seinem Meister treu bleiben wollte. Er hatte es gesagt, als er zwischen den anderen Jüngern am Tisch lag. Als er in der Gruppe zusammen saß. Jesus hatte komische Dinge angedeutet, Merkwürdiges erzählt. Aber Petrus dachte, bei Jesus würde alles gut werden. Siegessicher in der Sache waren sie noch am Palmsonntag nach Jerusalem eingezogen. Wurden bejubelt und willkommen geheißen. Ein Hoch auf das Leben, was gerade stattfand. Er wusste, alles würde gut.

… und dann als die Nacht kam, die Soldaten, der Verräter. Als alle riefen: „Kreuzigt ihn! Wir wollen ihn nicht!“
Da war es dann plötzlich dunkel und feindselig um ihn herum. Kein Jubeln mehr und keine „Willkommens“- Rufe.
Vielleicht dachte er: Ach, wenn doch wieder Palmsonntag wäre.
Nur noch mal die Gemeinschaft erleben, die Freude, den guten Blick in eine siegreiche Zukunft. Doch plötzlich hatte sich das Blatt gewendet, plötzlich war alles, was noch vor Kurzem so klar und sicher schien, weg.
Und dann kam die Angst, die Angst eines starken Mannes, in der Dunkelheit und bei dem argwöhnischen Fragen der Menschen um ihn herum. Und er wusste: Wenn ich jetzt bekenne, dass ich zu Jesus gehöre, dann bin ich mit dran, dann verlier ich, dann sterbe ich.

Ich kann seine Angst so gut verstehen: Dieses Angst, die frisst und nimmt und einengt. Die Angst, die den Blick nach vorne verschliesst, wenn der Weg neblig und hoffnungslos erscheint. Ich kann ihn verstehen – diesen Petrus. Es könnte meine Geschichte sein. Immer wieder in diesem Leben.
Wenn Wege schwierig sind, will ich auch oft zurück zu den glorreichen Zeiten, zu Leichtigkeit und Lachen. Wenn ich hetze oder versage oder die Welt das für mich übernimmt, dann sehne ich mich auch zurück nach Palmsonntag. Dann will ich keinen Karfreitag. Und dann schäme ich mich für meine Angst, die mich Dinge tun lässt, die ich ohne diese lähmende Angst nie tun würde. Dann bestimmt die Angst meinen Weg. Auch dann, wenn ich doch Jesus kenne. Dann tauche ich kurz ab, will nicht weiter gehen – will rückwärts zu den schönen Tagen, will und kann nicht mutig sein.

Doch Karfreitag ist nicht das Ende der Ostergeschichte. Der Ostersonntag kommt und verändert den Lauf der Geschichte. Die große Auferstehung findet statt, das riesige unermäßliche Geschenk. Doch Petrus begreift es nicht. Er ist drin in dem Strudel von Angst und Scham. Er ist am Boden, denn er hat auf ganzer Linie versagt. An einer Stelle heisst es, dass er ging und bitterlich weinte. Es war ihm klar, dass er nicht der Starke war, der die Dinge im Griff hatte. Dass gerade ER es nicht schaffte, mutig zu sein. Gerade er! Das muss ein Schlag ins Gesicht gewesen sein. Vielleicht hätte er die ganze Ostergeschichte verpasst, weil er sich nicht gewagt hätte, noch mal aufzustehen. Angst macht so viel mit uns – und nimmt so viel.

Nach seiner Auferstehung begegnet Jesus seinem ängstlichen Petrus. Das ist die Kehrtwende. Er geht zu seinem scheinbar starken Mann, der sich wohl eher gerade wie der größte Depp von allen fühlt. Er sieht ihn an und fragt nur das eine: „Hast du mich lieb?“
Und Petrus, getroffen in seiner Angst, wagt die Antwort und flüstert vorsichtig.
„Ja, ich hab dich lieb“
Und Jesus fragt ihn noch zwei mal und holt Petrus damit Stück für Stück aus seiner Angst. Er rüttelt an ihm und erinnert ihn daran, wieder aufzustehen. Er lässt Petrus nicht in seiner Schuld. Es ist nicht das Ende.
Das macht mir immer wieder Mut.
ER gibt diesem Mann noch in seiner Angst einen Auftrag. Er glaubt an ihn!
WOW! Was für ein Vertrauensvorschuss.
„Weide meine Lämmer, bau meine Gemeinde.“
Was Petrus wohl gedacht haben muss:
“ Nimm nicht mich! Du weisst ja wo das hin führt. Da ist soviel Angst in mir, soviel Zweifel, soviel großes Reden und keine Taten. Jesus tu dir das nicht an.“
Aber Jesus sagt es ihm:
„Petrus, weide meine Schafe!
Sei wieder präsent. Nimm wieder am Leben teil. Gib mir deine Angst und nimm dafür meine Hand und dann lauf los im vertrauen, dass ich bei dir bin.“

Ich würde gerne von Herrlichkeit zu Herrlichkeit laufen. Ich liebe Lachen und Tanzen und das Leben geniessen. Ich würde gerne von Palmsonntag direkt zu Ostersonntag hüpfen. Aber irgendwie gibt es da noch den Karfreitag dazwischen. Und es zeigt mir, Gott ist nicht fertig mit mir, wenn mich der Strudel der Angst ergreift, oder die Wut oder die Ohnmacht. Er hält aus meinen Verrat, den ich nicht will und doch immer wieder tue. Er bleibt bei mir seinem Möchtegern – Petrus 😉

Er sieht meine Angst – aber die haut ihn nicht vom Thron. Er gibt seinen Auftrag, er traut mir etwas zu. Er bahnt den Weg durch den Nebel der Angst: „Geh und bau meine Gemeinde, weide meine Lämmer! Sei präsent! Hör nicht auf, wieder aufzustehen. Sei mutig und kühn – trotz deiner Angst. Immer einen Schritt vor den Nächsten. Mit dem irrsinnigen Glauben, dass dein Tun diese Welt aus den Angeln heben wird und dafür sorgt, dass sie endlich heilen darf.“

Und wenn mein persönlicher Karfreitag wieder da ist und die Angst wieder nach mir greift und alles zunichte machen will, nimmt Jesus mich wieder an die Seite und sagt: „Hey, hast du mich lieb?“
Und ich schau auf und flüstere unsicher: „Ja?!“
Und er legt seinen Arm um meine Schulter und ruft:
„Na, dann los. Lass uns diese Welt verändern! – Trotz der Angst!“

Frag doch mal …die Maus

Seit 50 Jahren erklärt uns in der Sendung mit der Maus, ein kleines, stilles, orangefarbiges Nagetier die Welt.

Wir stellen die Fragen und „sie“ liefert die Antwort. Jemand, der sich auskennt oder sich die Mühe macht, sich mit unseren Fragen auseinander zu setzen. Unzählige Videos sind über die Jahre entstanden.
3.320 Fragen in all den Jahren. Kinder und Erwachsene, die Fragen an das Leben stellen, Neugier beweisen und Antworten suchen. Und bei der Sendung mit der Maus gibt es diese Antworten, kreativ untermalt und ganz einfach erklärt.
Eine Frage zu stellen und eine Antwort zu erwarten, ist bereichernd fürs Leben.
Es zeigt: Ich weiss nicht alles, ich versteh die Welt nicht so ganz. Komm, bitte erklär es mir. Es lässt zu, dass jemand anders mehr wissen darf und dass er die Chance bekommt, es mir zu erklären. Ich stelle mich hin und frage. Und jemand anders ist der Kluge, der Gelehrte. Ich höre zu und der andere macht die Lösung verständlich.
Kinder können das. Sie sind neugierig aufs Leben – die meisten.
Sie können Löcher in den Bauch fragen, absurdeste Antworten finden und dann nachfragen: Mama, ist das so?
Manchmal, wenn ich so gar nicht weiss, was ich dazu sagen soll, antworte ich: „Frag doch mal die Maus.“
Heisst: Ich weiss es leider nicht. Ich möchte dir nicht irgendwas erzählen, kein Halbwissen, kein Erwachsenengequatsche. Dann sag ich: Frag jemand anderes, oder wir machen uns gemeinsam auf die Suche nach der Antwort.

Ich hab das Gefühl, dass wir als Erwachsene oft weniger Mut aufbringen, Fragen zu stellen. Oder dass wir immer das Gefühl haben, eine Antwort parat haben zu müssen oder selbst keine Fragen mehr stellen zu wollen. Denn vieles hätten wir ja im Leben gelernt haben müssen. Zu fragen ist ja auch immer ein kleines Zeichen von Schwäche.
Dabei bereichert das unser Miteinander. Es zeigt: Sag mir, was du weisst, teile mit, was du gelernt hast. Sei mir ein Gegenüber und lass uns gemeinsam über die Fragen der Welt nachdenken.

In den letzten Monaten fehlten mir oft die Antworten und leider wusste auch die Maus nicht immer die Lösung. Oft waren da zu viele Fragen und gefühlt keine Antworten.

Im letzten Jahr musste ich viele Antworten für mich selber finden. Zum Beispiel, was diese ganze Pandemie mit mir macht und machen darf. Wie sehr ich denke, Antworten und richtige Wege zu kennen. Ich dachte oft, dass es so oder so gehen müsste. Oftmals saß ich ziemlich ratlos da, weil die Wege, wie ich sie kannte nicht mehr funktionierten. Ich bin ein Beziehungsmensch – durch und durch. Ein Leben auf Distanz zu anderen Menschen lässt meine Freude sinken.
YouTube und Zoom sind hilfreiche Tools um am Leben der anderen noch teilzuhaben. Aber sie ersetzen wahre Beziehungen nicht.
Ich habe mich oft gefragt, wie mein Leben nun laufen soll. Ob und wie ich sein will.

Ich stelle mir nun die Frage:
Wo kann ich noch Beziehung leben, wo kann ich gestalten, wo sinnvoll Anteil nehmen. Das nehme ich auch jeden Tag mit in meinem Austausch mit Gott, in mein Gespräch mit dem Schöpfer.
Ganz weit weg von dem Anspruch funktionieren zu müssen, tauche ich ein ins „Frage- Antwort Spiel“.

Ich spüre, da sind Menschen um mich herum, die mich brauchen und für die mein Dasein gerade unendlich wichtig ist. Meine Aktionen sind reduziert und alles was noch stattfindet, wird dadurch auch wertvoller. Ich gehe öfter mit einer Freundin spazieren, immer mal mit der, die es wie ich in dem Moment braucht. Dann ziehen wir gemeinsam durch die Natur, reden über Frust und Verdruss, lachen und merken, es ist gut, dass der andere da ist. Ich bin dankbar für Menschen, die zuhören und ihre persönlichen Antworten geben. Menschen, mit denen ich gemeinsam über das Leben nachdenken darf. Und auch welche, die die Stille aushalten, wenn es mal keine Antworten gibt.

Ich profitiere davon, dass ich meine kleine Familie habe und, dass der Austausch und das Zusammensein, enger wird, vertrauter. Dass Dinge aufbrechen und Zeit da ist, damit es auch mal heilen kann. Ich finde Zeit zum Spiel, zum Zuhören und Dasein. Fragen sind Teil des Alltags, aber Antworten nicht immer so immens wichtig.
Wir haben den 50. Geburtstag der „Sendung mit der Maus“ an diesem Wochenende ausgedehnt gefeiert. Mit Deko, Kuchen, Mark Forster und Lagerfeuer. Oft kommen solche Momente zu kurz, weil sie immer On Top auf einem ziemlich vollen Terminkalender liegen. Und das strengt an.
Dass jetzt weniger ist, weil mehr nicht sein darf, ist manchmal auch entspannend.
Unsere Kinder profitieren davon. Wir sind eine kleine eingeschworene Gemeinschaft geworden.
Und doch vermisse ich auch Feste und Freunde und Zusammenkünfte mit vielen Menschen. Da ist so ein Ort in meinem Herzen mit sehr viel Liebe für die Welt da draussen. Und dieser Ort ist so still geworden. Das schmerzt, denn es ist auch ein Teil meines Lebens.

Wenn ich die Maus fragen würde, was sie mir als Ratschlag für diese Zeit mitgibt, würde sie vielleicht mit den Augen „klick“, „klick“ machen und sie würde den Elefanten in die Arme nehmen und auch die gelbe Ente und dann würde mich auffordern, ihrem Beispiel zu folgen.

Liebe Maus, deine Welt ist immer schon kleiner und überschaulicher gewesen als meine. Und doch hast du Generationen erreicht. Nur, weil du die kleine Welt um dich herum ernst genommen hast mit den Fragen die da waren. Das will ich mir zum Vorbild nehmen für den nächsten Tag! Ich will wertschätzend das in Angriff nehmen, was ich tun kann.

Happy Birthday!

Von Fastenzeit zu Fastenzeit

Fasching, diese fünfte Jahreszeit ging 2021 zu Ende, wie sie begonnen hatte: Still und leise und ohne großes Aufgebot. Während diese eigentlich doch jecke Zeit „Gute Nacht“ sagt, obwohl sie vorher gar nicht recht wach war, kündigt sich schon die nächste Zeit an: Die Fastenzeit. Innehalten und verzichten. Zur Ruhe kommen und für sich sein. Und während die Fastenzeit in all den Jahren vorher für mich immer eine sehr besondere und prägende Zeit war, gestehe ich nun:

In diesem Jahr fällt es mir schwer. Denn ich habe das Gefühl, dass ich im letzten Jahr schon ziemlich viel verzichtet habe. So ganz unfreiwillig und immer mit der Angst im Nacken, dass man den Laden hier schnell dicht macht, wenn ich mich nicht an die Regeln halte. Oder, dass die Berührung eines anderen Menschen Gefahr bedeutet.
Ich habe das Gefühl, dass ich keine 40 Tage Fastenzeit hinter mir habe (obwohl sie mir doch eigentlich erst bevorsteht), sondern mehrere lange Monate… und, dass das mit dem Karneval schon ’ne Ecke her ist. Aber vielleicht komme ich ja auch so klar und verstecke mich einfach weiter in meiner Höhle namens Sicherheit.

Carmen Schenkel, Emotionsforscherin und Geschäftsführerin des Instituts September, schreibt an Weiberfastnacht 2021 einen sehr interessanten Artikel im RGA. „Um so disziplinierter man ist, um so wichtiger ist es, ab und zu auch mal zu eskalieren,“ meint sie. Corona habe den Menschen eine Disziplin sondergleichen abverlangt. Langsam mache sich ein apathischer Zustand in der Gesellschaft bemerkbar.
Und ich nicke zustimmend. Ich hier so in meiner Höhle.
„Es wäre,“ so Schenkel weiter, nachdem sie Karnevalisten in tiefenpsychologischen Interviews befragt hatte, „jetzt mal an der Zeit, ein paar Tage über die Stränge zu schlagen.“ Und Karneval sei dafür ideal.
Sie fährt fort und beschreibt die Zeit des Karnevals als eine Zeit, in der man sich „aus dem Alltag herausschunkeln könne um eine psychische Freiheit zu erlangen.“ Ich nicke wieder, während ich weiterlese.
„Ach wie sehr hätten wir das dieses Jahr gebraucht.“ seufzt sie zum Abschluss.

Ja, wie sehr hätten wir das in diesem Jahr gebraucht.

Wenn man die Fastenzeit ernst nimmt, tut es gut, wenn es vorher den persönlichen Karneval gegeben hat. Wenn man von Zeit zu Zeit nicht alles so ernst nimmt, wenn man tanzt und lacht und verrückt und wunderbar mit roten Zöpfen wirr durch durch den Alltag tanzt, trotz des Heimtückischen um einen herum – trotz der lauernden Gefahr. Raus aus der Höhle und mal wieder, und so verantwortlich wie man sein kann, den einen oder anderen in die Arme nimmt, damit die Seele auch einen Grund zum Feiern findet und nicht verkümmert.

Und so trete ich heraus aus meiner Höhle und wage den Verrat: Ich feiere meinen persönlichen Karneval trotz allem. Weil immer nur Disziplin träge und einsam macht. Ich nicke den Geschundenen zu und verstehe den Abgehangenen. Ich hebe die Kinder hoch auf meine Schultern, damit sie die Parade und auch weiterhin den Himmel sehen können, ihre Zukunft, die es noch gibt und immer geben wird, und bin präsent, damit sie gestärkt und mutig die Kamelle entgegen nehmen können, die das Leben noch für sie bereit hält.

Ich spreche an, was ich als so unsäglich ungerecht empfinde in meiner persönlichen Büttenrede (schön sarkastisch und penetrant), und bin bei allem dabei, was durch diese Pandemie, durch unsere gespaltene Gesellschaft und all die Überforderung trägt. Ich sage Nein zu übertriebener Distanz und hole jeden, den ich finden kann, wieder aus seinem Loch und feiere jeden noch so kleinen Schritt Richtung Leben. 
Wenn ich den Leichtsinn wage und mir eingestehe, dass ich das kann, weil ich ein verantwortungsvoller Mensch bin, der sein Leben und das derer um sich herum ernst nimmt, wertschätzt und schützen will. 

An Karneval kann ich egoistisch eskalieren und nehmen ohne Sinn und Verstand oder ich schunkle und lache mit dem nötigen Respekt. Auch wenn manche vielleicht denken, dass wir Politik und Führer brauchen, die uns zeigen, wie wir mit all den Gefahren umgehen müssen: Ich glaube, das können wir eigentlich gut selbst. Wir können mit der Pandemie leben, ihr Einhalt gebieten, schützen, was zu schützen ist, und trotzdem nicht die Freude miteinander verlieren. 

Das braucht Mut und Kreativität – kreativ wie manch ein Karnevalskostüm, mutig wie die Themen der Wagenbauer, die sich auch mal nicht so leichte Kost gönnen und Ungerechtigkeit bockig und waghalsig zur Schau stellen.

Und wenn wir diesen persönlichen Karneval wagen, dann können wir getrost auch die Fastenzeit erleben. Dann können wir innehalten in all dem Verzicht und uns bewusst machen, was eine Krise mit uns macht und was sie uns zeigt. Sie zeigt unsere Wunden. Sie zeigt auf, was nicht ok ist mit uns und unserer Welt. 

In der Fastenzeit, in der Stille und dem Verzicht wird schnell klar, wer wir wirklich sind. Wenn Ablenkung nicht da ist, zeigt es, wovor wir vielleicht gerne weglaufen. Das zu sehen, ist oft nicht schön, aber es ist auch eine tiefe Chance auf Veränderung! 

Ich bin bereit für die Fastenzeit, weil es in meinem Leben auch die persönliche Karnevalszeit gibt. Und manchmal findet beides fast schon nebeneinander her statt. Es gibt Zeiten, in denen ich die Parade laufe.
Und dann gibt es die andere Zeit in der ich die Ruhe annehme, die Krise akzeptiere und mich frage, wer ich sein will in dieser Zeit. Und wer ich sein will am Ende von 2021.

Karneval und Fastenzeit. Ich wünsche Dir beides…
Verlier nicht den Mut und die Zuversicht und die Freude!

So am Anfang von 2021

Weihnachten ist vorbei, Silvester auch.
2020 war so ein bisschen zum Vergessen.
Irgendwie war jeder betroffen,
irgendwas hat das Virus bei jedem
unaufgefordert genommen.
Nach vielem Auf und Ab,
Vielem „wir könnten doch,“
„Wir müssten doch“ und
„Ach lieber nicht“,
Stellen wir nun hohe Erwartungen an das Jahr 2021.

Als wäre mit dem stillen Erwachen des 1. Januars
Plötzlich wieder neuer Mut da,
Vorfreude und Gewissheit,
Dass das, was vor uns liegt,
Besser wird als das, was wir hatten.

Aber anstatt neu handeln zu dürfen,
Gehts nun weiter wie in 2020.
Meistern wir das Homeschooling, 
Das Homekümmering und das Homeworking
Oder das „Gar-Nicht-Mehr Working“.
Wut ist da und Enttäuschung,
Dass unsere Politik nicht retten kann,
Dass soviel wir auch schimpfen
Kein Held auf dem weissen Pferd kommt,
Uns nach Hause zu bringen
Und die Schlacht für uns zu kämpfen

Soziale Netzwerke sind voll von 
Asozialem Wettbewerb von nichtsnutzigen Worten.

Wird diese Generation eine verlorene Generation sein?
Oder wird wahr,
Dass Eisen Eisen schärft,
Der Blick zum Schöpfer 
Wieder den Blick für den Nächsten gibt

Sind wir noch offen für mutiges Handeln,
Wenn Mut diesmal nur heisst,
Anwesend und präsent zu sein
In den kleinen Aufgaben, 
Die so undankbar und mächtig vor uns liegen?

Wird man wohl einmal von uns sagen,
Dass diese verrückte Welt
uns nicht kaputt gemacht hat
sondern das Beste aus uns herausholte,
Von dem wir nicht ahnten,
Dass es das gibt?

Ich wage zu glauben, 
Dass das, was ich tue
Noch immer einen Einfluss hat auf den Lauf dieser Welt.

Deshalb wird das Land nicht heilen ohne uns,
Wird es nicht besser, es sei denn ich tus.

Und wenn ich dann die Welt
Wieder neu in Gottes Hände lege,
Will ich ihm zutrauen,
Dass da wo morgen mein Platz sein wird,
Auch sein Segen ist,
Sein Schutz,
Sein Plan und sein Mut,

Dass ich nicht gehen muss,
Es sei denn, ER ruft!

So nehm ich dem Jahr 2021 behutsam
All meine Erwartungen von den Schultern.

Und geb ihm die faire Chance,
Einfach besonders zu werden.

Light in the Darkness

Wir steuern auf das Weihnachtsfest zu
Und Dieses Jahr scheint es so 
Als müssten wir es retten.
So als wäre es plötzlich das Fest aller Feste,
Als würden wir plötzlich alles dran setzen
Dass es stattfinden darf in dieser Zeit.

Ich höre so viel in diesem Jahr,
Worte schreien mich an,
Verletzen, engen ein und 
Wollen meinen Standpunkt.
Abstand halten ja,
Aber um welchen Preis.
Welche Maßnahme ist richtig,
Welche Meinung vertretbar.

Ich sollte mich positionieren,
Obwohl ich es selbst doch nicht weiss.

Heute denke ich so,
Und morgen überholen mich meine eigenen Gedanken.
Und im Chaos vom Nicht wissen können
Nicht Standpunkt finden wollen,
Will ich bald gar nichts mehr hören
Und gar nichts mehr sagen.

Eigentlich sitz ich mit allen im Lockdown light.
Hätte ein Coronarecht auf Einsamkeit
Doch anstatt anzunehmen,
Dass man ja eh nichts tun kann in dieser Welt,
als einfach abzuwarten.
Bockt mein Herz auf und 
Schreit nach Veränderung und nach Mut.
Ich sehne mich so nach mutigen Menschen.

Wie anstrengend war mir dieses Jahr,
Mit seinem Auf und Ab,
vom Versuch mutig zu bleiben.
obwohl doch alles sagte:
Hab Angst und bleib fern.
Das Herz der Menschen heilt schon von alleine.

Die Realität von verletzten Seelen 
Durchkreuzt meine Sehnsucht nach Ruhe,
Verschafft meinem Tun keine Pause.
Und so renne und denke und teile ich aus,
Schreibe und trage ein Licht in die Welt.
Doch das Licht es scheint 
Diese Dunkelheit nicht zu durchbrechen
Es fehlt ihm am Macht
Und Durchhaltevermögen.

An jedem neuen Morgen
Eines jeden neuen Tages
Setze ich mich mich erschöpft 
An meine persönliche Krippe von 2020
Ganz nah hin zum Kind, 
Zur Mutter, zum Vater.
Ich bleibe dort mit meinen Sorgen
Und meine Geschenke sind
Fragen und Fragen.

Ist denn ein Retter in einer dreckigen Krippe
Wirklich die Hoffnung der Welt.

In diesem Jahr haben wir viel verloren,
Es war nicht wie geplant
Was werden die Gedanken eines jeden sein,
Wenn sich dieses Jahr verabschiedet.
Wen lassen wir zurück
Was gewannen wir neu?

Und wieder knie ich hier an der Krippe
Und wünsche mir Licht in der Finsternis
In meinen Gedanken,
In meinen Träumen,
In den Träumen der anderen.

Ich wünsche mir Licht in der Finsternis
In Krankenhäusern und Altenheimen
In Familien,
An Sterbebetten.
Am Boden der Existenz von vielen,

Ich wünsche mir Licht in der Finsternis
Bei erschöpften Politikern,
Bei Künstlern ohne Perspektive
Bei heimatlosen Flüchtlingen, 
Die wir dann einfach mal nicht mehr auf dem Schirm haben –
Sorry wir haben nicht Platz für noch mehr Katastrophen.

Ich wünsche mir Licht In der Finsternis
Bei denen die Fehler machten,
Bei denen die Schuld hatten 
Bei denen die Macht hatten.

Ich knie an der Krippe 
Und mein Gebet geht auch raus
Für die Menschen,
Die ich nicht versteh,
Die albern sind, 
Gefährlich und in meinen Augen so dumm.
Komisch, aber für alle kam der Retter der Erde.

Und so knie ich hier,
Weil ich einfach mal nicht mehr kämpfen kann,
Weil ich mich daran klammere,
Dass Gott sie noch hat die Kontrolle der Welt.

Und so leg ich mein Dunkel und das unserer Welt 
Ab an der Krippe
Und frag ihn leis,
„Weisst du was abgeht in deiner Welt?“

Und in mein persönliches Fragen an den,
Der Weihnachten für den perfekten Start
Einer gigantischen Rettungsaktion hielt,
Halt ich inne und sag:
„Hier DEINE Welt!“

Und während ich noch knie
kommt der Heiland und legt seine Hand auf meine Schulter,
Wie ein Freund,
Den nichts vertreiben kann.

Er nimmt mein Jahr 2020,
Er nimmt meine Sorge, den Verlust und auch den Versuch
Alles retten zu wollen.

Und in die Tränen mischt er himmlischen Trost.
Er zündet persönlich ein neues Licht der Hoffnung an,
Ervertreibt meine Eile,
Mein Kümmern und Sorgen.

Er  sagt mir ganz sanft und bestimmt:
JA, es ist MEINE Welt!
Vertrau mir!

Ausschnitt aus dem Online Weihnachtskalender der Gemeinde „Treffpunkt Hoffnung“ in Wermelskirchen.
Das Video dazu findet ihr hier https://youtu.be/B1W34I3qN2U

Luft anhalten …

Heute stand ich mit einem Freund in der Mittagspause zusammen und ich wollte etwas Positives sagen:
„Guck mal, wir haben schon fast eine Woche rum vom November. Wir können alles schaffen.“
Ich denke, das war jetzt ein wenig zu viel Euphorie für den“Lockdownlight-November mit Potential zum regelmäßigen Ausrasten“ und mein Freund bestätigt mir das mit einem vielsagenden Blick, für den es kein Emoticon gibt….

Im Frühjahr hatte ich öfter mal das Gefühl , ich würde auf Dauer die Luft anhalten. Das Gefühl verschwand wieder. Momentan bahnt es sich wieder etwas an:Ich halte die Luft an! Gefühlt

…. und dann wage ich nicht auszuatmen,
neu anzufangen und gutes zu sehen,
ich wollte eigentlich keine schweren Gedanken,
die sollte man eh nicht haben wollen im Herbst,
wo die Seele eher ein wenig zu hängen droht
wo sie sich vorbereitet auf den Winter
und eigentlich mehr Motivaton braucht als gewöhnlich,
wo mehr getan werden muss für das Gute in dir,
für das Melancholische,
das Nachdenkliche.
Aber jetzt bitte nicht!Jetzt bitte nichts Schweres,
denn ich weiss nicht wohin damit,
ich muss soviel denken,planen, überlegen,
mit wem darf ich mich treffen,
dass es mir gut tut, aber nicht ordnungswidrig ist.
Wen trifft dieses #Kackcorona um mich herum
und was sollte ich trotzdem noch wagen.
Wie viel Zerrissenheit erträgt unsere Gesellschaft
und was mein eigenes Herz?
wohin können die Gedanken fliehen,
wenn sie mal nicht zu Hause sitzen wollen
um zu schützen.
Was mache ich mit den Füßen,
die rennen und tanzen wollen mit andere Menschen,
der Mund, der sich -„ach du Schreck“ –
zum gemeinsamen Lied erheben will.
Wohin mit den Gedanken,
die frei sein wollen
und doch nicht mehr so politisch korrekt sind
wie sie es scheinbar immer waren.
Und ich merke:
Der Herbst holt mich ein,
er schenkt mir Melancholie und Schwere.
Aber es fehlen die Menschenwogen,
die das Schwere mittragen.
Es fehlt das Aneinander festhalten,
die gemeinsame Melodie,
das „ohne zu denken“ einfach was machen.
Ich mag die Stille,
aber nur dann,
wenn ich sie mir selber nehme,
nicht dann, wenn ich sie aufgezwungen bekomme.
Gerade schütz ich nackte Menschenleben,
aber irgendwie keine Menschenherzen.

Ich halte die Luft an und geh noch ein Stück
ich dreh mich um und sehe zurück
ich könnte staunen über das was wir bei allem geschafft haben
oder kotzen über all das,
was auf der Strecke blieb.
Und dieses Jahr spiel ich ein wenig mehr den Novemberblues.
Ich erhebe leicht trotzig den Kopf,
denn „trotzig“ kann ich immer.
Und in Gedanken leg ich dann meinen Kopf an deine Schulter
und gebe dir meine Hand
die wir schon lang nicht mehr reichen.
Ich lächle dir zu und ermutige dich
mit mir vom Sommer zu träumen,
mitten im November einmal barfuss zu laufen,
und diese Welt, die nicht mehr ist wie sie sein sollte
doch wieder ein wenig lieb zu haben.
Und während ich das tue,
atme ich langsam wieder aus,
komme an
und finde Schlaf und Kraft für den nächsten Tag!
Ich hoffe, du auch!

Wenn das Herz boxt

„Zürnt ihr, so sündigt nicht; lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen.“(Epheser 4,26) Ich war diese Woche so ziemlich zornig, wütend und rebellisch.
Ich konnte nicht begreifen, dass die nächsten Einschränkungen die Leute treffen, die die ganze Zeit Teil der Lösung sein wollten. Gedacht habe ich zum Beispiel an alle Kneipen, Restaurants und Kulturschaffenden, die so sehr investiert haben um auch trotz dem Virus arbeiten zu können. Und nun ist deren „Laden“ einfach mal wieder dicht. 🤷‍♀️
Ich bin immer wieder wütend, wenn ich das Gefühl habe: Hier läuft etwas verdammt unfair ab! Und dann lese ich in der Bibel, dass dann, wenn man zornig ist, man sich nicht dabei versündigen sollte.
Gott kommt klar mit meiner Wut und dem Zorn. Er schiebt nur etwas hinterher: Versündige dich nicht in deinem Zorn. Tu den anderen nicht weh, wenn du wütend wirst und Ungerechtigkeit kaum aushalten kannst. Werd nicht unfair – auch wenn du denkst, dass du im Recht bist. Mach den anderen nicht platt mit Worten und Taten. Bleib respektvoll in deinen Äußerung (besonders in den sozialen Netzwerken) und beleidige niemanden. Klär Dinge mir dir und wo es geht auch mit anderen. Sünde ist immer scheisse. Sie trennt vom Schöpfer und lässt uns bitter werden. Und das ist das letzte was ich will!!
Ich wünsche uns ein miteinander und weiter gehen. Ungerechtigkeit ansprechen und wo wir es können klar Stellung beziehen und für das gute kämpfen. Aber lasst uns doch bitte nicht die Achtung voreinander verlieren! Lasst uns kämpfen und den Mund aufmachen. Man muss nicht alles mit sich machen lassen. Aber lasst uns doch einander besonders mit Respekt und Achtung beschenken. Das kann man auch, wenn man wütend ist. Das kann man auch, wenn man nicht alles mittragen will.
Ich will das lernen – mehr und mehr! Gerade jetzt in dieser Zeit, wo das Herz boxt und die Seele nicht so ganz zur Ruhe kommen will. Gott gebe mir diese Kraft! Bei ihm komm ich zur Ruhe!!Bleibt behütet und startet mutig in diese neue Woche!!

Shut up and dance with me!

Das ach so soziale Netzwerk “Facebook” erinnerte die Tage an die Live-Musiktour in Wermelskirchen 2019. Ich lag schon im Bett, als mir die Erinnerung angezeigt wurde, und wollte nur schlafen. Aber das Herz konnte nicht. Stattdessen wühlten sich die Gedanken durch meinen Kopf. 
Wir könnten gerade in dieser wirren Zeit ein wenig mehr Musik und Kunst vertragen, ein gemeinsames “Wir schaffen das!”, ein leises “Wird schon wieder!” oder ein einfaches “Shout up and dance with me!”

Und doch ist gerade das, was der Seele vielleicht gut tun würde, ziemlich weit entfernt. Aber vermissen darf man, dachte ich. 
Gerne teile ich hier ein paar Gedanken dazu:

„Und so freuten wir uns auf Selbstverständliches,
Nicht wirklich Nötiges,
Nicht Lebenserhaltendes
Und doch so Willkommenes 
In unserer kleinen Welt!

Wenn das Können von Kunst 
Und das Klingen von Klängen 
und das Lachen von Freunden 
und das einfach zusammen sein wollen,
mal wieder den Atem kurz nimmt. 
Und du merkst es erst dann,
Wenn du es nicht mehr hast 
Weil vernünftiges Leben Vorsicht gebietet.
Aber halt keinen Leichtsinn…
Nur Vorsicht und Argwohn und Denken:
Was wäre denn, wenn…

Und das Verkopfte in mir klopft laut an die Tür und sagt:
Vorsicht geboten!!!
Und Leichsinn verboten!!!
Und ich Schweig. 
Denn der Kopf nickt bedächtig und andere schütteln ihn verächtlich
Vor meinem Wollen und Motzen
Vom heimlichen Dahinrotzen
all dem, was das Herz leise will.
Von Schunkeln und Taumeln
Von Küssen und Staunen 
Von der Welt, die ich liebe 
Von Gedanken, die bleiben 
Vom nicht anhalten wollen 
und nicht loslassen wollen.

Die Klänge berühren den Kopf nur von weitem,
Sie schaffen es nicht,
Mit ihm zu streiten.
Sie verklingen und verstummen an seiner Vorsicht,
Sie verkümmern und sterben
Ganz heimlich, allmählich.

Und wo wir doch so gerne Leben retten wollen in dieser Zeit,
Ich und die anderen 
Die Kleinen und Großen. 
Die, die es doch wissen 
Mit einer Armee von Wissenden im Rücken…
Die mehr wissen um Leben zu schützen 
Als ich, die ich nur die Klänge vermisse 
Und, dass Herzen aneinander reiben
Das gemeinsame bleiben 
Dass Sorgen vertreiben.

Die Klänge, die Herzen heilen 
und Menschen vereinen.
Sie sind nicht lebenserhaltend- nur lebensverändernd,
Sie sind nur kurz einmal da
Und erhellen die Welt Für alle,
Für Vorsichtige und Verkopfte,
Für Freiheitssuchende
Und Kämpfer 
Für alle, die aufgeben und die,
Die es einfach nicht sein lassen wollen 

Und die Klänge, sie klingen 
Auch wenn wir sie nicht lassen,
Sie sind bockig und rufen sich auf unsern Plan.
Sie sind auch dann da und erinnern 
An vergangene Tage
wenn grad keine Zeit ist Für Melancholie.
Die sich nicht darum battlen
Vorsicht zu bieten und vernünftig zu sein.

Wenn die Klänge wieder klingen 
Will ich stehen ganz vorne,
will schief singen und einfach albern sein.
Ich werde tanzen, umarmen 
ohne ängstlich vorahnen
und Die Welt in meinen Händen tragen.

Nächstes Jahr 
klingen gemeinsame Klänge hoffentlich wieder
Dann singt die Hoffnung allein ihre Lieder.
Und dann will ich nicht vergessen:
Klänge sind nicht nur lebenserhaltend sondern lebensverändernd.