Das Licht der Weihnacht

Frohe Weihnachten!
Endlich geschafft,
Nach stressigen Weihnachtsfeiern und überfüllten Weihnachtsmärkten
WOW – Weihnachten!
Endlich wieder volle Kirchen,
Familien die zusammen sitzen,
Gemeinsam feiern
Mit Eltern, Kindern, der Oma, dem Opa.
Und gemeinsam singen wir „ Oh Tannenbaum, wie schön sind deine Blätter!
Und… Ach Halt!
Pardon, das war wohl eher der Text von Weihnachten 2019.

Jede einzelne Zeile, sie passt nicht in dieses 2020, 
Maskiert singen wir leis und allein unsere Lieder,
Passen auf, bleiben wachsam
Wollen doch schützen und vermissen 
Menschen so sehr.
Dieses Jahr ist nicht 2019.
Vielleicht in machen Phasen,
Vielleicht erbärmlich erkämpft und ersehnt.
Und doch ziemlich anders.
Angst im Alltag und die Ohnmacht diesem nicht Herr zu sein 
Sind angekommen in unserer westlichen Welt,
Dieses Leid, was dieses Jahr an unsere Türen klopfte
Sich Einlass erschlich und vorhatte zu bleiben.
Wir dachten „Wir schaffen das!
Und kämpften uns durch 2020.
Und nun am Ende: Ernüchterung!
„Das packen wir nicht!“
Und während die einen jammern und klagen
Über Verlust und Einsamkeit,
Über Menschenleben, die es vielleicht nicht mehr gibt.
Sind da andere die wettern und schimpfen,
Die das Normale erstreiten und doch dann da stehen und sehen:
„So leicht ist das nicht.“

Und in all dem was ich sehe,
Wird mir klar:
Leid ist doch dann erst Leid für uns,
Wenn es uns betrifft. 

Wir können über Unrecht dieser Welt schimpfen,
Spenden geben für die ferne Not anderer Menschen.
Und sind doch die Gesegneten,
weil wir ja die Gebenden sind und 
Weil es uns ja nicht so betrifft,
das Dunkel der Welt.
Doch da wo die Dunkelheit an die eigenen vier Wände hämmert
Ist es plötzlich persönlich und mächtig
Und so scheint uns die Dunkelheit dieses Jahr vielleicht dunkler als sonst,
Aber Dunkelheit war immer schon dunkel an sich.
Und es verschwand immer erst mit dem Licht.

Und dieses Jahr wo wir so oft
die Macht von Dunkelheit so schmerzhaft erleben
Weil es unser Leben, unsere Existenz
unsere Menschen so sehr betrifft,
Kommt das Weihnachtslicht WIE IMMER,
WIE IMMER voller Hoffnung für den Einzelnen,
Voller Hoffnung für die Guten und Bösen,
Für die Kämpfer und die, 
Die aufgegeben haben.
Auch wenn die Dunkelheit 2020 anders als sonst scheint,
Unberechenbar, heimtückisch und nah.
So ist das Licht der Weihnacht WIE IMMER,
Und es kommt damit klar mit dem Dunkel der Welt
Es ist und bleibt fähig all die wieder aufzubauen,
Die sich gemeinsam mit Hirten und Magiern,
Aufmachen zur Krippe,
Die Ausschau halten nach dem Stern,
Wirklich suchen und nicht einfach einmal im Jahr dabei sein wollen.

Das Weihnachtslicht ist nicht abhängig
Von Traditionen oder gemeinsamen Feiern.
Es ist selbst da in unserer Einsamkeit
Und in der Unfähigkeit alles so einfach hinzunehmen.
Das Licht der Weihnacht leuchtet hell,
Auch in unseren Fehlern und der Angst.
Es will aufbauen! Uns in die Arme schliessen.
Und es wartet auch noch in 2020
Auf uns – auf die,
Die sich wieder trauen dem Stern zu folgen
und dem Kind zu begegnen.

Die vielleicht nach diesem Jahr
mit aufgeschlagenem Knie,
Einem verwundeten Herz
und ziemlich viel Wut im Bauch an die Krippe kriechen.
Raus aus der Dunkelheit mit dem letzten Glauben,
Dass das Licht der Weihnacht
Wirklich mächtiger ist als das Dunkel der Welt.

In diesem Sinne auch von mir: Frohe Weihnachten!

Video auf youtube
https://youtu.be/AFc4ofJ0fag
Kompletter Gottesdienst auf
https://youtu.be/8ULp_Jvfo7k

Light in the Darkness

Wir steuern auf das Weihnachtsfest zu
Und Dieses Jahr scheint es so 
Als müssten wir es retten.
So als wäre es plötzlich das Fest aller Feste,
Als würden wir plötzlich alles dran setzen
Dass es stattfinden darf in dieser Zeit.

Ich höre so viel in diesem Jahr,
Worte schreien mich an,
Verletzen, engen ein und 
Wollen meinen Standpunkt.
Abstand halten ja,
Aber um welchen Preis.
Welche Maßnahme ist richtig,
Welche Meinung vertretbar.

Ich sollte mich positionieren,
Obwohl ich es selbst doch nicht weiss.

Heute denke ich so,
Und morgen überholen mich meine eigenen Gedanken.
Und im Chaos vom Nicht wissen können
Nicht Standpunkt finden wollen,
Will ich bald gar nichts mehr hören
Und gar nichts mehr sagen.

Eigentlich sitz ich mit allen im Lockdown light.
Hätte ein Coronarecht auf Einsamkeit
Doch anstatt anzunehmen,
Dass man ja eh nichts tun kann in dieser Welt,
als einfach abzuwarten.
Bockt mein Herz auf und 
Schreit nach Veränderung und nach Mut.
Ich sehne mich so nach mutigen Menschen.

Wie anstrengend war mir dieses Jahr,
Mit seinem Auf und Ab,
vom Versuch mutig zu bleiben.
obwohl doch alles sagte:
Hab Angst und bleib fern.
Das Herz der Menschen heilt schon von alleine.

Die Realität von verletzten Seelen 
Durchkreuzt meine Sehnsucht nach Ruhe,
Verschafft meinem Tun keine Pause.
Und so renne und denke und teile ich aus,
Schreibe und trage ein Licht in die Welt.
Doch das Licht es scheint 
Diese Dunkelheit nicht zu durchbrechen
Es fehlt ihm am Macht
Und Durchhaltevermögen.

An jedem neuen Morgen
Eines jeden neuen Tages
Setze ich mich mich erschöpft 
An meine persönliche Krippe von 2020
Ganz nah hin zum Kind, 
Zur Mutter, zum Vater.
Ich bleibe dort mit meinen Sorgen
Und meine Geschenke sind
Fragen und Fragen.

Ist denn ein Retter in einer dreckigen Krippe
Wirklich die Hoffnung der Welt.

In diesem Jahr haben wir viel verloren,
Es war nicht wie geplant
Was werden die Gedanken eines jeden sein,
Wenn sich dieses Jahr verabschiedet.
Wen lassen wir zurück
Was gewannen wir neu?

Und wieder knie ich hier an der Krippe
Und wünsche mir Licht in der Finsternis
In meinen Gedanken,
In meinen Träumen,
In den Träumen der anderen.

Ich wünsche mir Licht in der Finsternis
In Krankenhäusern und Altenheimen
In Familien,
An Sterbebetten.
Am Boden der Existenz von vielen,

Ich wünsche mir Licht in der Finsternis
Bei erschöpften Politikern,
Bei Künstlern ohne Perspektive
Bei heimatlosen Flüchtlingen, 
Die wir dann einfach mal nicht mehr auf dem Schirm haben –
Sorry wir haben nicht Platz für noch mehr Katastrophen.

Ich wünsche mir Licht In der Finsternis
Bei denen die Fehler machten,
Bei denen die Schuld hatten 
Bei denen die Macht hatten.

Ich knie an der Krippe 
Und mein Gebet geht auch raus
Für die Menschen,
Die ich nicht versteh,
Die albern sind, 
Gefährlich und in meinen Augen so dumm.
Komisch, aber für alle kam der Retter der Erde.

Und so knie ich hier,
Weil ich einfach mal nicht mehr kämpfen kann,
Weil ich mich daran klammere,
Dass Gott sie noch hat die Kontrolle der Welt.

Und so leg ich mein Dunkel und das unserer Welt 
Ab an der Krippe
Und frag ihn leis,
„Weisst du was abgeht in deiner Welt?“

Und in mein persönliches Fragen an den,
Der Weihnachten für den perfekten Start
Einer gigantischen Rettungsaktion hielt,
Halt ich inne und sag:
„Hier DEINE Welt!“

Und während ich noch knie
kommt der Heiland und legt seine Hand auf meine Schulter,
Wie ein Freund,
Den nichts vertreiben kann.

Er nimmt mein Jahr 2020,
Er nimmt meine Sorge, den Verlust und auch den Versuch
Alles retten zu wollen.

Und in die Tränen mischt er himmlischen Trost.
Er zündet persönlich ein neues Licht der Hoffnung an,
Ervertreibt meine Eile,
Mein Kümmern und Sorgen.

Er  sagt mir ganz sanft und bestimmt:
JA, es ist MEINE Welt!
Vertrau mir!

Ausschnitt aus dem Online Weihnachtskalender der Gemeinde „Treffpunkt Hoffnung“ in Wermelskirchen.
Das Video dazu findet ihr hier https://youtu.be/B1W34I3qN2U

„Gute Nacht“ Heilige Nacht

Das letzte Weihnachtsfest gefeiert und alle verbliebenen Geschenke ausgepackt. Strahlende Kinderaugen gähnen langsam und sagen „gute Nacht“.

Jetzt heißt es, Weihnachten „Good Bye“ zu sagen. „Tschüss“ und „auf Wiedersehen bis nächstes Jahr!“
Doch ich bewahr mir noch ein wenig den weihnachtlichen Glanz, die Stille und den Wahnsinn, das Feiern und Menschen treffen, mit Familie zusammen sitzen und definitiv zu viel essen.
Der Baum bleibt noch etwas und die Krippe auch. Das Jesuskind liegt unbeteiligt in Heu aus Plastik.
Happy Birthday dir mein König! Du bist auch morgen noch der Grund für mein persönliches Weihnachtsfest. Ich feiere dich, weil dein Glanz mein Leben immer noch erhellt. Weil du morgen noch derjenige bist, der zu mir kommt und mich an die Hand nimmt. Auch 2020 ist mir deine Hilfe gewiss, bist du der Sinn, aufzustehen. Bist du die Kraft und Grund für Heldentaten. Worte beschreiben so schlecht deine Präsenz in meinem Leben! Manches verstehe ich noch nicht. Vieles sehe ich erst im Himmel klar. Doch ich gebe dir mein Vertrauen, dass du es Wert bist, mein Leben zu führen! Auch dann, wenn ich falle. Oder nicht mehr weiß, oder Lasten schwer werden.
Danke, dass du weit mehr bist als eine heißgeliebte Wintertradition. Dass aus dem Kind mein Heiland wurde. Und dass du mehr kannst, als ich mir je zu hoffen wage.

Ich sage „gute Nacht“ zu Weihnachten und „guten Morgen“ zu einem neuen Tag, wo du mich weiter führen wirst. Wo du mich kleidest in Würde trotz meiner Schwäche. Und wo Hoffnung mehr ist als ein leergeredetes Wort. Trotzig erhebe ich dich! Denn ich werde schon noch sehen wozu du fähig bist! Was deine Liebe bewirkt in mir und durch mich. Danke für neue Kapitel, die geschrieben werden. Danke für jeden neuen Tag!

Mal wieder an der Krippe sitzen

Advent als Vorbereitung auf die Ankunft von Jesus in dieser Welt, erschien mir dieses Jahr eher wie ein zu schnell fahrender Zug, der mich an allen besinnlichen Vorweihnachtsmomenten vorbei jagte.
Ich wollte alles gut machen, Dinge in den Griff bekommen, gute Beziehungen pflegen, auf mich acht geben und mir Zeit nehmen. Und das am besten alles noch VOR Weihnachten. Denn dafür ist der Advent doch da. Zum langsam werden und inne halten. Staunen über das Licht, das in die Welt kommt, um diese Welt einmal mehr zu erlösen.

Jetzt am frühen Morgen des Heiligen Abend will ich bedauern und mich beklagen über mich und meine rastlosen Gedanken. Übers nicht geschafft haben und gescheitert sein an meinen doch so hohen Erwartungen.

Und doch setz ich mich stattdessen kurz zur Krippe und blicke in die Augen des Jesuskind. Da ist keine Verurteilung und kein Tadel, kein „hättest du doch“ und „ warum kannst du nicht anders sein“.

Auch wenn meine nie ruhen wollenden Gedanken das einfach nicht kapieren wollen, geht es an Weihnachten doch um einen Gott, der als kleines Kind in diese Welt kam. So schutzlos und so winzig. Und das war sein Plan – es gab keinen Plan B!
Fast schon lächerlich wirkt dies für einen Gott, der doch eine ganze Welt geschaffen hat. Und was tut er hier? Er schickt ein Baby, ein Kind das lernen muss, das abhängig ist von Fürsorge. Und doch hat dieses Kind die Welt so sehr aus den Angeln gehoben, dass ich gerettet bin für immer. Das macht doch keinen Sinn!!

…. Und Gott hatte einen Plan und sein Plan war gut!

In jedem Moment – auch dann, als es nicht danach aussah. Als jeder Plan sinnvoller erschien, als eine stinkige Geburt in einem abgeranzten Stall. Er hätte alles anders machen können. Königlicher, würdevoller. Schneller und perfekter! Hat er aber nicht. Er nutzt das menschliche, das unvollkommene, das lernende, das was wir einfach nicht verstehen können. Und das passte in seinen Plan. Nein- das WAR sein Plan 🤷‍♀️!

Und das macht mir Mut, an dieser Geschichte dran zu bleiben, auch wenn es definitiv nicht in mein Denken passt:

Gott ist nicht abhängig von meinen perfekten Vorbereitungen oder all den umgesetzten guten Vorsätzen. Er ist da als Vater, als Friedefürst und Retter. Er kommt klar mit meinen Zweifeln und meinen Nöten, mit verworrenen Zeitplänen und verbockten Beziehungen. Er hat offene Arme und sagt: Nimm Platz an meiner Krippe, sei Teil einer komischen Geschichte, die so keinen Sinn zu haben scheint. Er feiert mit mir Advent und Weihnachten in den Momenten, in denen ich mich am wenigsten würdig dafür empfinde. Denn er ist Gott, der diese Welt erschaffen hat. Er ist fähig mich zu retten. Trotz meiner Geschichte und meinen Rückschlägen. Er packt rein in meine einzigartig schräge Welt.

Bevor ich heute schlafen gehe, denke ich an Gott, wie er sich aufmachte, Menschen wie mich zu retten, aufzubauen und neu zu befähigen. An seiner Hand kann ich Dinge besser machen und Advent jeden Tag meines Lebens neu versuchen zu feiern. Ohne zu hoch gesetzte Ziele und überstrapazierten Perfektionismus- einfach als Kind an der Hand seines Vaters, stolpernd und kläglich und doch geliebt für immer!
Wenn ich dies mehr und mehr begreifen könnte, vielleicht würde ich dann öfter an der Krippe sitzen. Mit dankbarem Herzen. Dankbar, dass er mich gemeint hat, als er sagte:

Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren… (Lukas 2,10)