„diese besondere Zeit im Jahr“

Überall sehe ich Lichter in dieser Vorweihnachtszeit, ich höre die kitschigsten Weihnachtslieder, tanze bei jeder noch so kleinen Schneeflocke wie eine Irre durch die Strasse und freu mich über all das bunte Treiben um mich herum, besuche Weihnachtsmärkte und geniesse diese „besondere Zeit im Jahr“.
Ich gebe zu, dass ich ein absoluter Fan von diesem ganzen Weihnachstrubel in Deutschland bin. Mich kann man damit NICHT jagen. Ich freue mich tatsächlich sehr darüber! Als ich ein Jahr in Südspanien lebte, war es tatsächlich die deutsche Advents und Weihnachtstradition, die ich vermisste – neben noch so ein paar anderen Sachen 😉
Und doch, wenn ich so über das ursprüngliche Weihnachtsfest nachdenke, dann hat diese Tradition, die wir hier mehr oder weniger leben, so gar nichts damit zu tun – also so gar nicht.
Die Weihnachtsgeschichte erzählt von einem Gott, der seinen Sohn in diese kaputte Welt schickt, weil er dem Menschen nah sein will. Jesus im stinkenden Stall geboren, direkt danach mit den Eltern auf der Flucht während der Kindermord von Bethlehem stattfindet.
Und die Engel auf den Feldern singen: Ehre sei Gott!

Wenn Weihnachten nur ein Winterfest mit Lichtern und Geschenken wäre, dann wäre es ganz nett zum Ende des Jahres. Und für viele ist es das auch. Und ich verstehe es zu gut.

Aber für manche ist diese „besondere Zeit im Jahr“ gar nicht so besonders. Da erinnert eine Zeit, in der es so sehr um das Beisammensein in der Familie geht auch daran, dass man diese Familie vielleicht gar nicht hat – oder sich jetzt nicht unbedingt mehr leiden kann als sonst im Jahr. Gerade an Weihnachten alleine oder arm zu sein, wird dann noch einmal schlimmer – auch wenn es das ganze Jahr doch genauso schlimm sein muss allein oder arm zu sein.

Unsere Kinder haben in der Adventszeit viele tolle Angebote im Kindergottesdienst und im Kindergarten. Sie wissen alles über die Geburt Jesu – und auch über den Weihnachtsmann , der ihnen die Geschenke bringt (oder Mama und Papa – mein Sohn ist sich da schon jetzt nicht mehr ganz sicher und er ist erst fünf).

Der Schlager auf den letzten Weihnachtsgottesdiensten war bei meinen Kindern immer:
Happy Birthday dir mein König – Jesus, jetzt ist wieder dein Geburtstag! Wir feiern deinen Ehrentag!

Vielleicht, wenn wir uns wieder mehr auf das Geburtstagskind Jesus besinnen und uns darum kümmern, dass es SEIN Ehrentag ist. Vielleicht verliert sich dann der ganze Druck rund um das perfekte Weihnachten. Weil Jesus sich keinen perfekten Weihnachtstag von uns wünscht. Weil er sich wünscht, dass wir einfach bei ihm sind. Weil das seine Gnade ist, mit der er uns begegnet.
Und vielleicht macht er uns dann etwas gnädiger UNS gegenüber, die wir so hohe Erwartungen an das Fest haben. Oder auch gnädiger dieser ungnädigen Welt gegenüber, in der wir nun mal leben und mit der wir vielleicht dieses Fest auch „feiern“ müssen…
…. Dass nicht alles abhängt von diesem Weihnachtsfest, dass wir auch Fehler machen dürfen – und dass dann Weihnachten nicht verdorben ist. Und, dass es Jesus nach Weinachten noch gibt, dass er noch viel mehr mit uns vorhat als nur an diesem Tag. Und dass er unser Herz mit dem Frieden füllen kann, von dem die Engel auf den Feldern gesungen haben.

Es gibt ein Lied, dass ich die letzten Tage immer höre
„Jesus – Wunder von Weihnachten (von Thomas Klein)“

„Es ist das Wunder, dass du zu uns kamst als Hoffnung für die Welt. Es ist das Wunder, dass du alles nahmst was uns fern vom Vater hält.“

Ich bin so beruhigt, dass Weihnachten mehr ist als das, was wir in unserer Zeit daraus gemacht haben. Und ich bin so beruhigt, dass Weihnachten weiter geht nach den Feiertagen. Dass wir an Weihnachten den Geburtstag von Jesus feiern -er aber auch im Rest des Jahres unser Freund und Bruder sein kann. Auch wenn die Geburtstagsparty für den Retter was daneben gegangen ist, haut ihn das nicht vom Thron…. 🙂

Das nimmt mir persönlich etwas Druck aus dieser „besonderen Zeit im Jahr“ – und ich kann es entspannter geniessen. Auch wenn diese Zeit mal traurig ist, oder Erwartungen nicht erfüllt werden oder Streit da ist. Wenn die Weihnachtsmärkte abgebaut, der Tannenbaum abgeschmückt und die Deko wieder im Schrank verschwindet, dann ist Jesus noch da.
Und dafür bin ich dankbar!

Alles Liebe euch! Für Weihnachten! Aber auch für heute und morgen und überhaupt!

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